Russlands Kreditwürdigkeit gerät wegen der Ukraine-Krise zusehends unter Druck.

Am heutigen Freitag senkte die Ratingagentur Standard & Poor"s (S&P) die Bonitätseinstufung erneut um eine Stufe auf „BBB-„ wie S&P in London mitteilte. Das ist nur eine Stufe über dem sogenannten „Ramschbereich“ (Non Investment Grade), der spekulative Anlagen kennzeichnen soll. Der Ausblick für das Rating ist negativ, was weitere Abstufungen in naher Zukunft erwarten lässt. Auslöser könnten etwa schärfere Sanktionen des Westens sein oder weitere Massenverkäufe russischer Staatsanleihen, schreibt die Agentur.

S&P hat damit erwartungsgemäß schnell auf die jüngste Zuspitzung der Krise in der Ukraine reagiert. Erst Mitte März hatte die Agentur Russland mit einer Abstufung gedroht, als sie den Ausblick für das Rating auf negativ senkte. Den jetzigen Schritt begründen die Bonitätsprüfer vor allem mit dem krisenbedingt gewaltigen Kapitalabfluss und der faktischen Abwertung der Rubel-Staatsanleihen aus Russland. In den ersten drei Monaten 2014 hätten Investoren insgesamt 63,4 Milliarden Dollar aus dem Land abgezogen. Das ist fast so viel wie der jährliche Abfluss im Schnitt der vergangenen fünf Jahre. Weiterer Abfluss von ca. 115 Milliarden $ wurde von den Großinvestoren bereits angekündigt. „Wir sehen das als Risiko für die Wachstumsaussichten Russlands“, und das ist milde gesprochen eine sehr vorsichtige Umschreibung eines möglicherweise bevorstehenden Kollapses des russischen Staates. Liegt hier vielleicht auch der tiefere Hintergrund des derzeit massiv betriebenen Kriegsgeschreis aus Moskau?

 

Frá Jean-Marie de Fleurieu

Komtur des Tempels

25.04.2014 | 41437 Aufrufe