#1
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Unbekannt

Gelöscht

"Wenn wir in einer Welt ohne Götter leben müssen, so haben wir dies den abrahamitischen Monotheisten zu verdanken."


Dieser Satz ist bereits mehrfach aufgetaucht. Was meint der Tempel genau damit? Inwiefern können die derzeitigen Religionen einen Einfluss auf das Weltgeschehen nehmen?
Die abrahamitischen Gottesbilder sind doch blosse Erfindungen.
#2

- admin -

Sydney,Australien

Der Marxismus ist auch eine utopische Gesellschaftsideologie und doch gelingt es gewissen Kräften immer wieder erneut hier breite Bevölkerungsschichten in einen aussichtslosen weil unbegründeten Klassenkampf zu treiben. Die abrahamitischen Religionen jedoch beeinflussen mit ihrem Dogmatismus und „Erwähltheitsanspruch“ seit mehr als 2 Jahrtausenden die Politik aller Nationen, welche in Kontakt mit diesen Ideologien gerieten. Nie zuvor wurden Ideologien, welche von sich selbst behaupteten Offenbarungs-  und Erlösungsreligionen zu sein mit solch extremer Menschenverachtung verbreitet. Nie zuvor wurden derart viele Menschen Opfer von „Religionsüberzeugungen“. Die Grundlagen dafür wurden laut Überlieferung der Tora – welche von den Christen in der Bibel und den Muslimen im Koran übernommen wurden – auf dem Berg Sinai gelegt und bleiben bis heute eine der weitreichendsten Revolutionen der Weltgeschichte. Moses brachte zwar nicht den Hass allgemein, aber "eine neue Art von Hass" in die Welt, nämlich den religiös motivierten Hass auf die Anhänger der alten Götter, die kurz und bündig als Heiden oder Ungläubige gebrandmarkt wurden. Intoleranz wird hier geradezu ein konstituierendes und zentrales Element des Monotheismus, da sich die eine und absolute Wahrheit nur gegen ein Anderes, ein Negatives, erfolgreich propagieren lässt.
Niemand wird in der Jetztzeit  diese Unterscheidung auf eine für allemal festgeschriebene Offenbarung gründen können. Längst ist die Tatsache, dass die „Bücher Moses“ erst während der babylonischen Gefangenschaft von einer jüdischen Elite politisch motivierter Priester zur Grundlage der Schaffung eines Gottestaates verfasst und niedergeschrieben wurden, nicht mehr zu leugnen, und jedem gebildeten Menschen auf diesem Planeten sollte bewusst werden, dass man die Unterscheidung zwischen wahr und falsch, nicht auf Grundlage einer alten, gewaltverherrlichenden und sich ständig widersprechenden Textsammlung treffen darf.

Frá Mohiuddin BatuKhan

Ritter des Tempels


 - Zwar hat die menschliche Unvernunft nicht zugenommen. Ruinös angestiegen ist jedoch die Zahl der Unvernünftigen -

#3
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Unbekannt

Gelöscht

Dem kann ich nur beipflichten. Leider geht vieles in diesen Tagen in die falsche Richtung. Ob sich daran etwas ändern lässt? Schwer zu sagen.
Es ist wichtig, dass es Plattformen wie diese gibt welche informiert und Wege aufzeigt. Grad in der heutigen Zeit herrscht grosse Iritation und die Menschen suchen nach Antworten.
#4

Dennis

Biere,Deutschland

Wie viele Menschen suchen wirklich nach Antworten?

Wenn ich meinen Umkreis an Bekannten überschaue...kann ich dir "keinen" benennen. Wenn ich das auf deren Umfeld multipliziere, dann schätze ich eine Summe von ca. 1:100.000

Für die meisten existieren keine Götter oder Religionen..."das sind alles Spinner, Gott gibt es nicht, es gibt nur den Tod...also, Zeit ist Geld, zack zack"
Über das schimpfen über Politiker und Beamte, möchte ich nicht schreiben.

Der Mensch hat keinen Anhaltspunkt mehr, die meisten leben einfach nur stupide von Generation zu Generation.
Das Wort Gott ist verrufen und missverstanden.
Eine Welt ohne Götter wäre gut, trotzdem sollte man die Ehrfurcht vor einen Gott nicht komplett beiseite legen.

Hier sind deine Annahmen überwiegend völlig wirklichkeitsfremd. Gerade in der Jetztzeit haben religiöse Gruppierungen einen den letzten Jahrzehnten  konträr gehenden Zulauf. Menschen suchen nach der „Ermordung“  ihres eigenen Gottes plötzlich in regelrechten Massenanläufen Zuflucht in neuen Wegen und Zielen. Das von Politik und Massenmedien geschürte Feindbild „Großkirche“ konnte zwar teilweise erschreckende gesellschaftliche Entgleisungen zeitigen –doch der von Nietzsche bereits zu seiner Zeit prophezeite „Gottesmord“ ist nicht wirklich gelungen. Man erfand sowohl religiöse als auch politische Ersatzreligionen und an Grausamkeit, Größenwahn, Gewalt und auch Lächerlichkeit nicht mehr zu übertreffende Scheingottheiten. Doch dieser Trend ist weltweit zu erfassen und selbst der Islam ist inzwischen in hunderte Gruppierungen und Splittergruppen mit überwiegend fanatischstem Glaubensbild zerfallen. Ohne „Gott“ scheint es also nicht wirklich zu gehen – der Mensch fühlt sich verloren in seiner Geworfenheit in die Tiefe des Kosmos. Was konnte er aus der vermeintlichen Flucht  aus dem religiösen gewinnen – wie die Ermordung Gottes rechtfertigen?  Sehen wir hier nicht allein einen moralischen, ethischen und intellektuellen Verfall der gesamten sogenannten, aber nirgends auffindbaren,  Menschheit. Der menschliche Wille sich, in völliger Überbewertung der eigenen Freiheit, in einem regelrecht verfeindeten Willen zur Unterscheidung von jedem anderen abgrenzen und unterscheiden zu wollen, hat das Wesen des Menschlichen in aggressiver Weise entartet. Der um diesen Unterschied entwickelte Kampf wird sowohl politisch, religiös, als auch im ganz privaten, persönlichen Umfeld jedes Einzelnen geführt. Die Götter der großen Weltreligionen sind zum Anstifter und Aggressor und somit Mitschuldigen geworden und haben hier unentschuldbare Verantwortung zu übernehmen. Aber wie es mit menschgemachten Göttern so ist, ist hier die Verantwortung genauso greifbar und werthaltig wie die vielen Scheinwährungen der politischen Staaten dieser Welt. Viel bedrucktes Papier, schöne Worte ohne jeglichen wirklichen, wertzuschätzenden  Inhalt. Der Mensch geht nicht in der Natur auf, er ist das nicht festgestellte Tier, wie Nietzsche einmal sagte. Es wäre einfacher für den Menschen, wenn sein Bewusstsein nur bewusstes Sein wäre. Aber es reißt sich los und wird frei für einen Horizont an Möglichkeiten – es kann die gegebene Wirklichkeit transzendieren und dabei ein schwindelerregendes Nichts entdecken oder aber – einen Gott in dem alles zur Ruhe kommt! Aber dieses Bewusstsein erzeugt im Menschen auch den Verdacht, dass dieses Nichts und Gott vielleicht doch ein und dasselbe sind. Damit ist jedem vernunftbegabten und verständigen Menschen die Gabe zur Erkenntnis der Wahrheit in die genetische Struktur des Seins gelegt – er sollte fähig sein zu erkennen, dass ein „Wesen“ welches >Nein< sagt und die Erfahrung des Nichts kennt, auch die Vernichtung wählen kann.


Die Vergangenheit ist nicht tot. Sie ist noch nicht einmal vorbei (Ramses II.).

#6

Dennis

Biere,Deutschland

Ich verstehe was du damit sagen willst.
Ich bin hier nur von meinem Umfeld ausgegangen was, politisch betrachtet, eher abwartend eingestellt ist. Hoffend darauf, das irgendwelche Politiker die Ordnung bringen...was ich damit sagen will ist: es ist kein Platz mehr für religiöses Denken, aus dem Grund, das alles verdreht wurde.

Gruppen, die im Vorfeld schon religös eingestellt waren und somit auch involvierter in der ganzen Sache sind, gehen anders an dieses Thema heran.

Es liegt also an jedem selbst, womit er sich blenden lässt.

Man hört auch zu oft..."Was kann ich als kleiner Bürger schon tun?"

Es wäre dir selbst dienlich, wenn du Religiöses und Politisches in deinen Gedanken genau so trennen könntest, wie wir es von den aufgeklärten Bürgern eines säkularen Staates im Allgemeinen erwarten.

Natürlich muss das dann nicht in kleinbürgerlichem, bildungsfernem und lebensfremdem Realitätsverlust gipfeln. Menschliche Anstrengungen, insbesondere solche im Dienste ernster Ambitionen und nicht nur im Dienste von Bequemlichkeit und Überlebenstrieb, sind zumeist vom Bestreben getragen sich selbst und seinem eigenen Sein das Gefühl einer gewissen Bedeutsamkeit zu geben. Bedeutsamkeit im größeren Sinne jedoch kann der Einzelne nur dann erlangen, wenn er sich dem Gedanken stellt: Wenn das Leben egal ist, wenn das Leben nicht ernst und das Grab das Ende eines Jeden ist, dann ist es vielleicht sogar lächerlich, dass der Mensch sich selbst so wichtig nimmt. Sollte es aber den Menschen nicht möglich sein, anders zu können, als sich selbst so wichtig zu nehmen, dann muss er sich damit abfinden lächerlich zu sein. Das menschliche Leben ist dann aber nicht nur lächerlich, sondern absurd. Der Mensch ist auf einer Erde angesiedelt, von der absolut feststeht, dass diese in einer bereits berechenbaren Zukunft durch eine kosmische Katastrophe vernichtet werden wird. Dieses dramatische Ende setzt allen Wünschen des Menschen nach einer angenommenen unvergänglichen Bedeutsamkeit eine unüberholbare Grenze. Die Menschheit ist durch naturwissenschaftlich fassbare Kausalitäten zum endgültigen Verschwinden verurteilt - damit ist bewiesen, dass der Mensch den kosmischen Gesetzen und Abläufen völlig unterworfen ist, weshalb sollte er da ein Leben jenseits der realen Endlichkeit normalen Lebens erwarten dürfen? Weshalb hängt er dann sein ganzes Leben  am Glauben realtätsferner Lehren fest?

 


Wenn Wahrheit Menschen beleidigt, dann ist es unsere Aufgabe als Wissenschaftler sie zu beleidigen. [Satoshi Kanazawa]

#8

Dennis

Biere,Deutschland

Aus Dummheit!

Und ja, ich werde es versuchen.


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »Dennis« (08.12.2014, 20:36)
#9

Dennis

Biere,Deutschland

Ich habe nocheinmal über deine Fragen am Schluss nachgedacht.

Andreas hatte mal eine Antwort gegeben, in der er meinte das es "am Anfang" keine gottesgläubigen Menschen gab, jedenfalls nicht so wie wir es aus der heutigen Zeit kennen.

Es ist also irgend etwas passiert, was den Menschen dieses Hirngespinst eingesetzt hat. Natürlich ist er daran selbst Schuld, denn jeder Einzelne sollte selbst denken können.

Aber was ist, wenn es von der "Natur" so gewollt war?
Man kann Massen schlecht kontrollieren. Ich denke mir, das wenn jemand dieses Muster erkannt hat, im Guten oder im Bösen, nutzt er dieses auch aus, vor allem wenn er selbst in einer Machtposition sitzt.

Ich denke, das dies aus Kontrolle erschaffen wurde und diese irgendwann aus den Fugen geraten ist. Aus welchem Grund auch immer.

Warum er immer noch daran fest hält, vor allem in Zeiten der Aufklärung, kann ich nicht sagen, Bequemlichkit, Angst, Macht...keine Ahnung. Es gibt hier zu viele Möglichkeiten.

Dann fiel mir Dante ein. Das erkennen und durchschreiten sämtlicher Höllenwege.

Der rein religiöse Sinn, ist in jeder der heutigen Religion zu finden. Eine Gruppierung zu bilden die zusammen hält und ihren Glauben der Welt zu vermitteln. Der Weg dorthin wurde aber verkannt. Es wurde eine Welt mit fiktiven Göttern erfunden, der eine Geschichte zugeschrieben werden muss, die auch jeden einzelnen Gott zu erklären hat. Das es hierbei zu Ungereimtheiten kommt, ist vorprogrammiert, da man den Glauben einzelner Kulturen und deren Ansichten nicht ohne Streit und Zank um Anerkennung und Rechthaberei niederlegen kann.

Anscheinend braucht der Mensch die Qual und das Leid, um erkennen zu können, das nur er allein und selbst dafür verantwortlich ist. Er muss sich also von sich selbst niedertreten lassen um eine Erkenntnis zu erlangen, die er in die Wiege gelegt bekommen hat.

Ich denke, eine Schuldzuweisung ist hier nicht wirklich möglich.

#10

Frá Arkesh

Udaipur,Indien

Schon wieder bringst du die Schuldzuweisung ins Spiel - aber welche Schuld, aus welchem Grunde? Ist Religion nicht ein im kulturellen Gedächtnis der Menschheit festgelegtes Gesellschaftsbild? Den Ursprung werden wir in einem anderen Thread eingehend behandeln - er ist hier nicht von Interesse. Ist Dantes Hölle nicht nur eine verspielte christliche Neuauflage des ägyptischen Todesgerichtes?

Welchen Sinn glaubst du im Religiösen zu entdecken und welche Schwächen unterstellst du hier der gesamten Menschheit? Wissenschaft hat Religion längst als oberste Autorität abgelöst - was wurde dadurch gewonnen? Wurde nicht gerade durch diese Revolution das menschliche Leben zur Bedeutungslosigkeit degradiert. Damit aber dem Leben an sich und überhaupt wieder ein Sinn zufallen kann, muss die unsägliche, verlogene und unerträgliche Macht der Wissenschaft gebrochen und der Glaube neu gestärkt werden.


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »Frá Arkesh« (09.12.2014, 20:13)
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