#1

Jamie

Heizung,Schweiz

Zitat des Tempels:

 

"Der Genesis-Bericht ist eine sehr primitive mythische Überlieferung, welche keinerlei realen Zusammenhang mit den durchaus wissenschaftlich nachvollziehbaren Realitäten hat. Jedoch hat sie in der Reihenfolge der Entstehung des Lebens auf dem Planeten Erde eine erstaunliche Nähe zu den Zeitabläufen entwickelt."

 

Diesen Satz verstehe ich nicht. Was genau ist mit der "erstaunlichen Nähe zu den Zeitabläufen" gemeint? Und warum hat Gott ATUM erst nach langer Zeit der Untätigkeit sein Schöpfungswerk begonnen? Dies sind Fragen die mich beschäftigen.


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »Frá Valérie« (07.01.2021, 13:26)
#2

Frá Valérie

Brisbane,Australien

Die Entstehung von Leben auf dem Planeten Erde ist nicht gleichzusetzen mit dem Ursprung des Lebens im Universum - das Leben hat seinen Ursprung im All. Die Evolution begann also lange bevor der Planet Erde überhaupt so weit geformt war, dass Leben in der jetzt verbreiteten Form möglich war. Die Anfänge waren äußerst kompliziert und durchaus primitiv. Evolution durch Mutation ist ein sehr langwieriger und sehr langsamer Prozess, der nur durch gelegentliche Sprungmutationen (Großmutationen) überhaupt im Entwicklungsfluss bleibt. Damit beweist sich aber auch die Tatsache, dass Leben grundsätzlich von niederen Formen zu höheren hin sich entwickelt, wenn die sonstigen Voraussetzungen (Lebensgrundlagen) erfüllt sind. Ein organisierter, fester Zeitplan für Evolution existiert genauso wenig wie ein Plan der Entwicklung hin zu etwas "Höherem". Das Sapienstier ist dieser Regel genauso unterworfen wie jedes andere Tier oder sonstige Lebewesen. Es ist ein Zufallsprodukt der Evolution und man wird sehen ob es in der noch verbleibenden Zeit in der Lage sein wird, sich soweit zu entwickeln, dass es fähig bleibt zu überleben. Es ist wohl kaum zu erwarten, dass die hochtrabenden Pläne der Fortschrittgläubigen auch nur ansatzweise fortgeführt oder weiterentwickelt werden können. Der Mensch sammelt Wissen ohne sich in der Lage zu zeigen dieses sinnvoll einzusetzen. Eine gesellschaftliche Evolution scheint seit Jahrtausenden auf einem Nullpunkt festzuhängen. Eine geistig, intellektuelle tatsächlich rückwärts gerichtet. Was also möchte Sapiens dem EINEN vorwerfen? Zu wenig Engagement ? Die Genesis äußert sich zu den Abläufen der Evolution in mythisch verklärter Form, basierend auf älteren Erzählungen diverser Völker. Sie erkennt zwar, dass ein bestimmter Ablauf, eine Abfolge von Ereignissen in eine unumkehrbare eindeutige Richtung existieren musste, verkennt aber viele biologische Zusammenhänge und Erfordernisse.

Genau diese Erkenntnis aber scheint vielen Menschen in der Jetztzeit verstellt. Welche Art von Schöpfung sollte wohl aus einer Zeit existieren in der selbst Atum nicht in der Lage war seine Existenz bewusst zu erfassen. Das Erwachen Atums, der erste „Funke“ seiner bewussten Gedanken löste das Feuer aus, welches den Beginn der Zeit, des Raums und der Materie und damit hin zur Evolution bedeutete.

#3

Jamie

Heizung,Schweiz

Für mich ist es schwer fassbar, dass ATUM zu einem Zeitpunkt etwas nicht erfassen konnte. ATUM ist so unvergleichbar. Das grösste Genie im Universum und Allmächtig. So Grossartig und mit Worten nicht zu beschreiben. Mir schwinden oft die Sinne bei dem Versuch mir sein Ganzheitliches Wesen vorzustellen.

Ich als Mensch scheitere immer wieder auch nur Ansatzweise ATUM zu erfassen. Aber dass er zu einem Zeitpunkt unschlüssig war...das sprengt mein armes Hirn sogar zum jetzigen Zeitpunkt. 😕

#4

Frá Victoria

Winnipeg,Kanada

Nach altägyptischer Vorstellung ist die Welt nicht aus dem Nichts, sondern aus der Eins entstanden. Diese Ur-Eins heißt Atum. Atum ist die Verkörperung der Präexistenz. Der Name bedeutet zugleich „das All“ und „das Nicht“ im Sinne von „noch nicht“ oder „nicht mehr“. Das Mysterium der Präexistenz ist ein Punkt, der die späteren Ausgestaltungen dieses Mythos ganz besonders beschäftigen wird. Bei Atum bleibt es nicht. Diesem Gott, der sich ja im Zustand des Noch-nicht-seins befindet, wird ein vorweltliches Ambiente beigegeben, ein Ur-Chaos, das man sich lichtlos, endlos, formlos vorstellt. In dem „Schu-Buch“ der Sargtexte wird die Präexistenz ausgedeutet als das bewusstlose Dahintreiben des Urgottes Atum in der Urflut, dem Nun, dem als weitere Aspekte des Urchaos noch die Finsternis (Kuk), die Endlosigkeit (Huh) und die Weglosigkeit (Tenemu) zugesellt werden. Der Übergang von der Präexistenz in die Existenz wird als Selbstentstehung des Urgottes gedeutet. Der Gott der präexistenten Einheit, Atum, verfestigt sich zur Gestalt und taucht zum ersten Mal über dem Urwasser auf. Der kosmogonische Augenblick soll nicht als Schöpfung, sondern als Selbstentfaltung gedacht werden. Dieser erste Akt der Erscheinung im Sinne der ersten bewussten Gedanken wird als Akt primordialer Selbstentstehung, als Erschaffung des Lichts (das Urfeuer das den Urknall auslöste) gedeutet. Indem der Gott entsteht (intransitive Kosmogonie), wird er zugleich auch schon nach außen tätig. Der Ursprung der Entstehung von Raum, Zeit und Materie und in weiterer Folge auch des Lebens in den Grenzen der Gesetze der Ma´at. Es sind die Anfänge der Lehre der der Tempel noch heute folgt.

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