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Frá Sophia

Vancouver,Kanada

Feiern wir ein Fest der Hoffnung in der Zeit der Pandemie und Gesellschaftsspaltung!

 

 

„Ich bin mir sicher, dass irgendwer irgendwo heute sagen wird, dass Weihnachten die Zeit für Kinder ist. Das ist eine einnehmende, aber nur die halbe Wahrheit. Vielleicht ist es besser zu sagen, dass Weihnachten das Kind in uns allen anspricht. Erwachsene, die von Sorgen geplagt sind, verlieren manchmal die Freude, die in den einfachen Dingen steckt, aus den Augen. Das tun Kinder nicht“, so Queen Elizabeth II. zum diesjährigen Weihnachtsfest.

Diese offenen Worte der britischen Königin haben uns hier inspiriert doch auf die vielen Anfragen, die zum christlichen Weihnachtsfest hier eingingen, zu reagieren.

Offenheit, Ehrlichkeit und Mut gehören zu den wichtigsten Grundlagen zwischenmenschlicher Beziehungen. Es geht nur, wenn sie alle mit dabei sind.

Es braucht Mut, um offen zu sein. Es braucht Mut, um ehrlich zu sein. Gerade wenn es um Emotionen geht, die geeignet sein können schwere psychische Belastungsstörungen auszulösen. Ohne Offenheit, gibt es keinen Mut, nur reines Risiko. Ohne Ehrlichkeit ist Offenheit wertlos. Sie besteht dann nur aus leeren Worthülsen. Gerade in der Jetztzeit sehen wir ein sich ausbreitendes Bestreben der Medien eine gewisse Offenheit als Ehrlichkeit zu deklarieren, welche bestenfalls als politisch organisierte, kalkulierte Desinformation im Mantel einer Überinformation bis Falschinformation zu bewerten ist.

Wenn man mutig ist, gibt es Chancen zu entdecken. Nicht ohne Risiko, aber ohne große Gefahr. Gefährlich sind nämlich die nicht ausgesprochenen Dinge. Die man lieber für sich behält. Aber Ungewissheit verursacht Wunden, die nur schwer heilen. Hier kann auch niemand etwas für einen selbst übernehmen. Man muss für sich diesen Schritt gehen. Keine Macht der Welt kann dies von außen verändern. Als solche Wunden betrachten wir die sich ausbreitende Ungewissheit, Unsicherheit und Verunsicherung welche durch das Gebaren der Medien und der Politik erzeugt wird. Man spricht von einem gespalten Volk, einer gespaltenen Gesellschaft und scheint bemüßigt darin, diesem weiteren Stoff zur Überreizung der Stimmung zuwerfen zu müssen.

Wer glaubte sich bereits auf den Tag der Freiheit vom Pandemiegeschehen und den damit verbundenen Einschränkungen einstellen zu können, sah sich jetzt in der Weihnachtszeit radikal auf den Boden der Tatsachen zurückgeschmissen. Die zarte Pflanze der Hoffnung wurde brutal zertreten und durch eine neue Variante, eine neue und schwerere Bedrohung hinweggefegt.

Selbst das geprägte Zeichen der Hoffnung, welches durch die Weihnachtsgeschichte der Christen gerade in Europa seit Jahrhunderten bestand hatte, fand in der schon schwer gezeichneten Phase der Pandemie keine Gnade vor den Hass und Hetzberichten gegen Kirche und Glauben in den Medien. Will man verdrängen was europäische Geschichte prägte und schrieb? Will man Glauben als seelische Abartigkeit aus dem Kulturgedächtnis heraustreiben wie den vermeintlichen Teufel aus den verwirrten Geistern kranker Menschen. Predigt man hier eine neue Form von Exorzismus. Wird der politisch oktroyierte, krankhafte Trieb in die Konsumtempel jetzt abgelöst durch eine, mit Hilfe der Medien und digitaler Technik verbreitete, politisch gesteuerte Umerziehung, hin zu den neuen Wertevorstellungen sogenannter zeitgemäßer Gruppierungen? Aber bedeutet zeitgemäß nicht auch modern, innovativ und transformativ? Birgt es nicht möglicherweise auch die Gefahr, dass diese bereits in kürzester Zeit durch neue zeitgemäße Innovationen abgelöst werden?

Die Vorstellungen von Gott unterlagenschon immer einer gewissen Umdeutung und Neudeutung durch neu erwachende Kulturen, durch neu sich formende Gesellschaften und neu auf der Bildfläche der Geschichte auftauchende Völker oder sogenannte Religionsstifter. So entstand auch die christliche Religion nicht aus heiterem Himmel oder gar durch Beeinflussung von „Oben“. Sie wurde unter heftigsten Kämpfen und brutalsten Massentötungen innerhalb und unter den diversen Strömungen geformt. Die Schriften sind genauso wenig historisch greifbar wie die Person des vermeintlichen Stifters, der später den Namen Jesus und den Zusatz Christus und Messias erhielt. Der eigentliche Stifter ist ein Mann namens Paulus, der seine recht eigenwilligen „Geschichten“ und Auslegungen über diesen neuen Glauben verbreitete und der in scharfer Konkurrenz zur Ur-Christen Gemeinde in Jerusalem stand. Die Geschichte von der Geburt dieses Predigers Jesus, der wahrscheinlich unter dem Namen Joshua bin Marjam bekannt wurde, ist gar nicht so besonders herausragend und findet historisch tatsächlich belegt nicht nur in der ägyptischen Isis – Horus Erzählung ein bedeutend älteres Äquivalent. In den Mythen und Märchen ist das Motiv der lange ersehnten Geburt eines Kindes weit verbreitet. Die Geburt eines Kindes symbolisiert die Zukunft, die Hoffnung auf neue Lebensmöglichkeiten die sich im Seelengrund auftun, die Neuwerdung, das Ziel der Sehnsucht des Seins. In der Thora findet man Hinweise auf die Erwartung eines Kindes für Israel – meist fehlinterpretiert und doch zur Grundlage der Jesuserzählung geformt. Zugang zu den Jesuserzählungen fand diese Geburtserzählung erst nach der Zerstörung des Tempels von Jerusalem durch die Römer. Hinweise aus den Schriften des Theologen Origenes, der als christlicher Bischof Berühmtheit erlangte und eine Ausbildung als Isis-Priester in Alexandria mit einer Unterrichtung in den griechischen Philosophien erhielt, lassen die Annahme zu, dass die Geburtsgeschichte durch ihn maßgeblich beeinflusst wurde. Historisch belegbar ist diese Geburtsgeschichte nicht. Sie zeigt aber deutliche Orientierung an der Biographie des griechischen Apollon und des Buddhas, der ca. 500 Jahre vor Jesus lebte. Aber selbst die Buddha Geschichte ist legendär und nicht historisch belegbar. Sie zeigt bereits ein legendäres Grundschema des Mythos vom Heldenweg des Horus. Es zeigt sich also eine Fortsetzung von Symbolen der spirituellen Helden und Religionsstifter verschiedener Wege. Die Gemeinsamkeiten in diesen Kindheitsgeschichten sind viel zu auffällig, um sie als Zufall abzutun. Es bestätigt sich in diesen Bildern, dass es um Elementargedanken geht. Jesus verbrachte seine Jugend in Alexandria. Dort gab es nicht nur den größten Isis-Tempel der Ptolemäer, sondern bereits seit etwa 250 v. Chr. einen, durch König Ashoka, den Gründer des ersten indischen Großreiches, gestifteten Buddha-Tempel. Origens ist in Alexandria geboren und ausgebildet worden. Sein Namen bedeutet von Horus geboren!

Betrachtet man diese Geschichten über Kindes Geburten einmal aus einem neutralen Blickwinkel, so sollte man nicht nach historischer Wahrheit trachten, sondern den Aussagewert zu erkennen suchen. Die Geburt eines besonderen Kindes als Träger der Hoffnung ganzer Völker. Diese Hoffnung sollte man sich aneignen und in die Jetztzeit übertragen. Es ist die Hoffnung, die auch heute noch die Menschen zu Weihnachten zusammenführt und etwas feiern lässt, was längst seinen religiösen Ursprung verloren hat. Warum beschenken sich Menschen und warum suchen sie Nähe gerade zu dieser Zeit? Es ist eine Zeit der Hoffnung, die durch eine Geburt in den Blickwinkel der Menschen geriet. Egal wo und wann dies zum ersten Mal und in besonderer Weise geschah oder verkündet wurde. Die Menschen sollten diese kulturelle Erinnerung nicht aufgeben und sich bewusst werden, dass diese Geburt des Göttlichen in jedem und für jeden in seiner eigenen Geburt erfolgte. Jeder ist ein Teil Gottes und jeder hat einen Anteil an Gott. Damit hat jede Geburt etwas Weihnachtliches, jede Geburt ist ein Stück Menschwerdung Gottes. Doch sollten die Menschen nicht weiter dem Irrweg folgen sich selbst für Gott zu halten oder Gottes Existenz zu verdrängen oder zu leugnen. Der Mensch ist so wie er ist, göttliches Leben wie alle anderen Tiere, welches sich eingrenzt in die zeitliche Form seiner Existenz. Wenn er sich jedoch allein mit der Außenseite seiner Existenz identifiziert, mit dem materiellen Körper, seiner derzeitigen Lebensgeschichte, seinem Ichbewusstsein und der sichtbaren und greifbaren materiellen Welt, dann läuft er Gefahr sein Leben zu veräußern und sich vom Ursprung und Wesenskern des Seins zu entfernen. Dann beginnt ihn die Angst zu bestimmen, um angesichts des begrenzten und vielfertig gefährdeten Lebens diesem ein Höchstmaß an Glück abzutrotzen. Dann verlangt er nach unbegrenztem Leben als dies „Ich“, auf einer Ebene auf der es niemals eine Dauer geben wird. Wenn der Mensch sich aber besinnt auf sein Inneres, den Weg nach Innen beschreitet und die Anwesenheit des Göttlichen gewahrt, dann kann er sich und sein Leben mehr und mehr von diesem Wesen durchfließen und durchherrschen lassen. Dann kann aus den Gegensätzen von Wesen und Erscheinung, von Ichbewusstsein und göttlichem Leben das Neue werden: „Auf das alle eines seien, so wie du Vater im Himmel in mir und ich in dir“. Wir sind menschliche Wesen, die eine spirituelle Erfahrung machen, so wie wir spirituelle Wesen sind, die eine menschliche Erfahrung machen. Wir sind so wie wir sind. Gott offenbart sich in der Welt, im Baum genauso wie im Tier und im Menschen. Wenn der Mensch aber sagt “Ich bin Gott“, dann überschätzt er sich maßlos. Tritt er aber hinter dieses krankhafte Ichbewusstsein zurück, dann kann in Erscheinung treten, was prinzipiell vorhanden ist: die Einheit von Gott und Mensch. Nicht die Sünde ist das Problem der Menschen, das Nichtbefolgen von Geboten und Verboten, sondern seine Unwissenheit, sein Nichtwissen um die Wirklichkeit.

Frohe Weihnachten

 

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