#1

Jamie

, Schweiz

Ein Zitat des Tempels aus der Vergangenheit:

 

"Doch Gott hat die Arbeit und den Tod

für den Menschen in den Sinn des Lebens gestellt

dort wo die materielle Welt herrscht,

nur das Jenseits, das Lager der Ewigkeit Djehuti

ist frei von Arbeit, Frustration, Furcht und Tod..."

 

Ich verstehe dieses Zitat nicht wirklich. Um an diesem Punkt weiterzukommen und mich nicht nur im Kreis zu drehen habe ich folgende Frage an den Tempel: Warum hat Gott die Arbeit und den Tod für uns Menschen in den Sinn des Lebens gestellt? Ich gehöre sicherlich nicht zu jenen welche Arbeit entwerten wollen-aber ich sehe keinen spirituellen Nutzen darin. 😕

Und der Tod...nun wenn man davon ausgeht, dass nach dem Tod ein weiterexistieren möglich ist...hier kann ich zumindest eine tiefere Bedeutung erahnen. Aber wie gesagt-bei diesem Zitat ist zu viel Verwirrung für mich vorhanden.


„Das ewige Schweigen dieser unendlichen Räume macht mich schaudern“ (Blaise Pascal)

#2

Dennis

Biere, Deutschland

Ein Zitat des Tempels aus der Vergangenheit:

 

"Doch Gott hat die Arbeit und den Tod

für den Menschen in den Sinn des Lebens gestellt

dort wo die materielle Welt herrscht,

nur das Jenseits, das Lager der Ewigkeit Djehuti

ist frei von Arbeit, Frustration, Furcht und Tod..."

 

Ich verstehe dieses Zitat nicht wirklich. Ich gehöre sicherlich nicht zu jenen welche Arbeit entwerten wollen-aber ich sehe keinen spirituellen Nutzen darin. 😕

 Du willst vielleicht meine Zeilen nicht lesen, aber ist denn Arbeit immer nur durch physischen Hintergrund zu betrachten? Spiritualität ist doch nicht nur singen und klatschen in bunten Roben oder brummend vor ner Glocke zu hocken. Es "verbindet" die materielle und die spirituelle Welt, eine Wechselwirkung mit Beziehungen. Dienen und Lehren. Die Priester schrieben solche Texte zum Zwecke der Initiation, nicht zur Inkarnation. Sie taten es nicht zum Zwecke einer Selbstdarstellung, sondern öffneten dem Interessierten die Fragestellung...!

 


"Überall zeigt sich das Seiende in seiner Struktur von vollendeter Harmonie – das ist Maát."


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »Dennis« (03.02.2020, 21:00)
#3

- admin -

Sydney, Australien

Ein Zitat des Tempels aus der Vergangenheit:

 

"Doch Gott hat die Arbeit und den Tod

für den Menschen in den Sinn des Lebens gestellt

dort wo die materielle Welt herrscht,

nur das Jenseits, das Lager der Ewigkeit Djehuti

ist frei von Arbeit, Frustration, Furcht und Tod..."

 

Ich verstehe dieses Zitat nicht wirklich. Ich gehöre sicherlich nicht zu jenen welche Arbeit entwerten wollen-aber ich sehe keinen spirituellen Nutzen darin. 😕

 Du willst vielleicht meine Zeilen nicht lesen, aber ist denn Arbeit immer nur durch physischen Hintergrund zu betrachten? Spiritualität ist doch nicht nur singen und klatschen in bunten Roben oder brummend vor ner Glocke zu hocken. Es "verbindet" die materielle und die spirituelle Welt, eine Wechselwirkung mit Beziehungen. Dienen und Lehren. Die Priester schrieben solche Texte zum Zwecke der Initiation, nicht zur Inkarnation. Sie taten es nicht zum Zwecke einer Selbstdarstellung, sondern öffneten dem Interessierten die Fragestellung...!

 

 Nein Dennis, der Text geht viel tiefer und sein Einfluss ist selbst in den Lehren Asiens und Arabiens (einschl.. des Christentums) nicht zu leugnen. Die größten Denker, Lehrer oder Lebenskünstler suchten den Weg, weg von der materiellen Welt, und verirrten sich im Glauben diesen in der Selbstaufgabe zu finden. Der Mensch der Jetztzeit dagegen lebt in der materiellen Welt in einem ausschließlich materiell bestimmten Leben - er ist bereits tot - er hat das Leben der Selbstaufgabe geopfert.


 - Zwar hat die menschliche Unvernunft nicht zugenommen. Ruinös angestiegen ist jedoch die Zahl der Unvernünftigen -

#4

Dennis

Biere, Deutschland

 

 Nein Dennis, der Text geht viel tiefer und sein Einfluss ist selbst in den Lehren Asiens und Arabiens (einschl.. des Christentums) nicht zu leugnen. Die größten Denker, Lehrer oder Lebenskünstler suchten den Weg, weg von der materiellen Welt, und verirrten sich im Glauben diesen in der Selbstaufgabe zu finden. Der Mensch der Jetztzeit dagegen lebt in der materiellen Welt in einem ausschließlich materiell bestimmten Leben - er ist bereits tot - er hat das Leben der Selbstaufgabe geopfert.

 OH, da bin ich mir sogar sicher das es noch tiefer geht. Ich versuchte lediglich auf den spirituellen Hintergrund hinzuweisen, der über die Jahrtausende durch schriftliche und sprachliche Barrieren eine Veränderung erfuhr. 

EDIT: Was genau wird mit Selbstaufgabe gemeint?


"Überall zeigt sich das Seiende in seiner Struktur von vollendeter Harmonie – das ist Maát."


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »Dennis« (04.02.2020, 20:21)
#5

Jamie

, Schweiz

 

...der Text geht viel tiefer und sein Einfluss ist selbst in den Lehren Asiens und Arabiens (einschl.. des Christentums) nicht zu leugnen. Die größten Denker, Lehrer oder Lebenskünstler suchten den Weg, weg von der materiellen Welt, und verirrten sich im Glauben diesen in der Selbstaufgabe zu finden. Der Mensch der Jetztzeit dagegen lebt in der materiellen Welt in einem ausschließlich materiell bestimmten Leben - er ist bereits tot - er hat das Leben der Selbstaufgabe geopfert.

 

Gerne würde ich auf meine Frage in Beitrag Nr.1 zurückkommen. Die Fragen sind noch offen, in welchem Sinne Arbeit eine spirituelle Tiefe besitzen kann.


„Das ewige Schweigen dieser unendlichen Räume macht mich schaudern“ (Blaise Pascal)

Ist dir die Geschichte von der Vertreibung aus dem Paradies aus der Bibel bekannt. Auch dort wird dieser Zusammenhang recht dramatisch formuliert. Der Mensch aß nicht allein vom Baum der Erkenntnis, er verspielte die Unschuld des Natürlichen und begab sich auf das selbsterwählte Abenteuer der Suche nach der Freiheit und der individuellen Selbstfindung. Wie unschwer zu erkennen ist, scheiterte er dabei bereits vor Jahrhunderten. Der Versuch sich vom selbstgewählten Zwang zur Arbeit zu befreien zwingt ihm die Erkenntnis auf vom Scheitern seines Weges und der Bedeutungslosigkeit seines Strebens.


Wenn Wahrheit Menschen beleidigt, dann ist es unsere Aufgabe als Wissenschaftler sie zu beleidigen. [Satoshi Kanazawa]

#7

Jamie

, Schweiz

"Doch Gott hat die Arbeit und den Tod

für den Menschen in den Sinn des Lebens gestellt"

 

Zitat Frá Ramon:

"Der Versuch sich vom selbstgewählten Zwang zur Arbeit zu befreien"

 

Ist das nicht ein Widerspruch? Gott hat für uns die Arbeit doch vorgesehen. Der Zwang liegt somit seit Anfang an,

geplant vor. Der Mensch hat also keine andere Wahl. Wo ist da die Selbstbestimmung des Menschen gegeben?


„Das ewige Schweigen dieser unendlichen Räume macht mich schaudern“ (Blaise Pascal)

Sapiens, eingebunden und gebettet in den normalen, natürlichen Lauf der Evolution hatte nur eine Aufgabe: Weitergabe der erfahrenen und erlernten Wissensmehrung an die nächste Generation - nicht allein auf der Ebene der empirischen, sondern auch der genetischen. Die erfahrene Mutation, hin zu der industriellen Revolution - üblicherweise als Geburtsstunde des Fortschrittswahns beschrieben - brachte Sapiens aber mit jedem Schritt zum vermeintlichen Fortschritt immer tiefer in das Hamsterrad der angeblichen Freiheit, welche ihn tatsächlich unter die Knute ewiger Arbeit brachte. Die Worte der Bibel finden hier eine dramatische Bestätigung: 

Verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang.

Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen.

Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde wirst, davon du genommen bist. Denn Staub bist du und zum Staub kehrst du zurück.

Im altägyptischen steht hier die Geschichte vom Übergriff der Menschen gegen Ra: Der Mensch dachte mächtiger sein zu wollen als Gott und sich über Gott zu erheben. Damit endete die gemeinsame Zeit der Götter und der Menschen im Reiche des Ra. Der freie Zugriff auf Nahrung und das natürliche Empfinden, welches Kleidung überflüssig machte, war dem Menschen genommen - er strebte nach Freiheit des individuellen Seins und hatte zu lernen seine Nahrung selbst zu erzeugen und in Scham und ewigem Kampf gegen seinen Nächsten zu überleben. Das Reich des Ra hatte Nahrung im Überfluss - die Reiche der Menschen jedoch wurden selbst dem Einzelnen zu eng.

 


Wenn Wahrheit Menschen beleidigt, dann ist es unsere Aufgabe als Wissenschaftler sie zu beleidigen. [Satoshi Kanazawa]


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »Frá Ramon« (23.02.2020, 12:10)
#9

Jamie

, Schweiz

Welcher Art war denn diese Nahrung, welche im Reich des Ra laut der Mythologischen Legende im Überfluss vorhanden war? Können uns behagliche Geschichten aus sogenannten Goldenen Zeitaltern, in denen früher alles besser war wirklich weiterhelfen...unsere berechtigten Zweifel an der Vollkommenheit der Schöpfung...hier die Erde betreffend ablegen zu können?

Wir durchleiden jeden Tag die Realität des Lebens. Zu meinen im Garten Eden sei alles mal vollkommen gewesen löst doch kein einziges reales Problem auf dieser Erde?


„Das ewige Schweigen dieser unendlichen Räume macht mich schaudern“ (Blaise Pascal)

Von welchen Problemen sprichst du? Es gibt da nichts was uns verwundern könnte oder sollte. Störungen des "Natürlichen" durch die Überhebungen des Sapiens sollten uns nicht erschrecken - auch wenn diese selbst uns immer wieder mit erschreckender Deutlichkeit die Schwächen dieses Wesens offenbaren. Versuche doch mal diese "Mythen" nicht allzu überheblich in die Bilder der Bibel aus menschlicher Sicht zu zwängen. Das Paradies, das ist das Bild dieser Welt vor der ersten industriellen Revolution, der Zeit bevor die Menschen begannen Waffen zu bauen und ihrer eigenen Art zum Feinde zu werden. Der erste Faustkeil wurde geschlagen um sich die Nahrungsaufnahme zu erleichtern - und wurde zur Waffe, als sich ein anderer diese Erkenntnis aneignen wollte. Der frühe Sapiens zog wandernd durch eine Welt voller Schönheit und aß das, was ihm auf seinem Wege zufiel. Bosheit gab es nicht auf dieser Welt, denn die Unschuld der Natur mag zwar dem einen oder anderen grausam erscheinen, es fehlt ihr jedoch der Antrieb zur Boshaftigkeit und damit zur Sünde - diese kam mit dem Drang zur Freiheit und der Suche nach dem Selbst des Seins.


Wenn Wahrheit Menschen beleidigt, dann ist es unsere Aufgabe als Wissenschaftler sie zu beleidigen. [Satoshi Kanazawa]

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