#71

Frá Valérie

Brisbane, Australien

Dennis, wie du selbst zuvor erwähnst, zerstörst du erneut mit deinem persönlichen Wehklagen einen ganzen Thementhread.


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »Frá Valérie« (16.11.2020, 12:05)
#72

Dennis

Biere, Deutschland

Dennis, wie du selbst zuvor erwähnst, zerstörst du erneut mit deinem persönlichen Wehklagen einen ganzen Thementhread.

 Bist du sicher das du jetzt mich meinst? 


"Überall zeigt sich das Seiende in seiner Struktur von vollendeter Harmonie – das ist Maát."

#73

Frá Valérie

Brisbane, Australien

Absolut! Ein Thementhread sollte frei von persönlichen Empfindungen und Neigungen bleiben. Themeninhalte eben und nichts anderes. Führe ich das Thema mit dem Paradies aus islamischer Sicht weiter, sind Einfügungen der Art, wie du sie hier einbringst, nicht gerade hilfreich.

#74

Dennis

Biere, Deutschland

OK. Ich fragte gestern Abend noch nach Rasetau, weil ich dort eine Verbindung zum abrahamitischen Paradies erkannte. Was genau ist Rasetau?


"Überall zeigt sich das Seiende in seiner Struktur von vollendeter Harmonie – das ist Maát."

#75

Frá Valérie

Brisbane, Australien

Das hat zwar bedingt mit dem Jenseits zu tun, ist jedoch ein völlig anderes Thema!


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »Frá Valérie« (16.11.2020, 18:01)
#76

Dennis

Biere, Deutschland

Im Grunde geht es also in den Paradies Vorstellungen darum, das Unzufriedenheit zu Lebzeiten herrscht und das der paradiesische Ort dem Menschen ein bequemeres(?) Dasein verschafft. In den Vorstellungen und Beschreibungen ist dieser Ort ja ein Ort, der der Erde, also den Lebensraum des Menschen, ähnelt. Ich glaube man liest nirgends in diesen Vorstellungen zum Paradies, das ein bestimmtes Verhalten dazu führt diesen Ort betreten zu dürfen oder in diesen erweckt zu werden. Die ägyptische Jenseitsvorstellung hingegen beruht doch darauf, das das (Alltags-) Verhalten, also das gesamte Wirken des Menschen, ausschlaggebend dafür ist (das Wiegen des Herzens) dieses Jenseits zu erfahren.

Wenn der Ägypter sagt -lebe den schönen Tag- dann lebt er (innerlich) zufrieden und stellt nicht den Anspruch auf ein -schöneren Tag irgendwann- was maßgeblich dazu beiträgt das Wesen des Menschen, das Ich, den Charakter...einer Sehnsucht zu entziehen, die dazu führen kann, den Fokus nicht auf das Jetzt sondern auf Späteres zu verschieben und eine innere Unruhe heraufbeschwört, die nur durch einen Lenker (Götze, Heiliger, Messiahs usw.) und dessen Vorstellungen geführt werden müssen. Man gerät also in geistige Abhängikeit.

Die Vielfalt der ägyptischen Götterwelt trug ja auch dazu bei, dass das Leben als "belebt" zu erkennen war und dadurch bedeutend für das Handeln und Wirken ist. Diese Vorstellungen ließen ein "nebeneinander mit den Göttern" zu und man befand sich also schon im "Paradies". Heutzutage scheint es nur noch ein Hoffnungsschimmer oder eine radikale Verblendung zu sein.


"Überall zeigt sich das Seiende in seiner Struktur von vollendeter Harmonie – das ist Maát."

#77

Dennis

Biere, Deutschland

Ich bin mir jetzt nicht sicher wie weit Du mit deinen Ausführungen gehen willst Frá Valérie oder für wen (Mitlesende oder mich). Ich habe mir eine Dissertation von Edmund Hermsen ( Die zwei Wege des Jenseits : das altägyptische Zweiwegebuch und seine Topographie) gelesen, in der, zumindest im ersten Teil der Ausführungen, gut beschrieben steht wie weit oder stark sich das ägyptische Gedankengut durch die einzelnen Dynastien und durch die späteren Regierenden verändert hat. Ich las mir dann auch mehrere Bücher und Ausführungen von Assmann quer der noch ein wenig tiefer auf die einzelnen Regionen des Denkens der Alten Ägypter eingeht.

Man erkennt sehr gut, das es schon frühzeitig zu einer Verschiebung der eigentlichen „Sinnbildlichkeit“ der Lehren und der Lebensvorstellungen der Ägypter kam und das immer mehr eigene, dem vorherrschenden Regierenden zuzuordnen oder zu Gute kommenden Vorstellungen von Religion und Machtausübung eingearbeitet wurden. Was die Vorstellung zum Jenseits betrifft oder das Göttliche in Allem, das Heilige, so scheint es mir und auch den Ausführungen zu entnehmen, das der Ägypter diese zwei „Welten“ – Diesseits und Jenseits – die Welt der Lebenden und die Welt der Toten, als genau das betrachtete. Zwei „unterschiedliche“ Welten die zwar ferner nicht sein können aber trotz dessen nebeneinander existierten. Und nicht nur nebeneinander, sondern auch im gleichen Sinne erlebbar sein mussten (Nahrung und Kleidung usw.) Der Zweck erschließt sich mir wie oben angedeutet darin, wie Assmann es ebenfalls ausführte, Ordnung und soziale Harmonie im Staat halten zu können. Das hier „im Geheimen“ die Priesterschaften agierten und (eigentlich) regierten war in dem Sinn nicht schlecht oder sogar notwendig, um nicht das Wissen verloren gehen zu lassen, welches durch äußere Einflüsse und Änderungen in den Staatenbildungen einer stetigen Veränderung unterlag.

Somit auch die Vorstellungen welche den Tod betreffen und das Anrecht darauf in eine göttliche Existenzebene Einlass zu finden. Die Übernahme von Schrift durch andere, spätere kulturelle Völker und durch die Bildung neuer Religionen entstand ein Definitionsglaube der allein auf „heilige Offenbahrungsschriften“ beruht. Hier findet man dann Gebote, Gesetze oder Lebensregeln „festgesetzt“ die aber wenig dem Lesenden erläutern was sich dem Ägypter als „heilig“ oder eben göttlich darstellte und zwar das, was der Eine uns, wie allen übrigen, allezeit durch Natur und Sache, nie durch Wort und Schriftzeichen offenbart.

Zumindest ist das Bild, welches ich vom Jenseits hatte, in ein anderes Licht gerückt wurden. Zum Thema Rasetau fand ich wenig Erläuterungen oder überhaupt irgendwelche tieferen Ausführungen. Macht es Sinn sich mit Rasetau auseinanderzusetzen?


"Überall zeigt sich das Seiende in seiner Struktur von vollendeter Harmonie – das ist Maát."


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »Dennis« (17.11.2020, 23:32)
#78

Frá Sophia

Vancouver, Kanada

Eine laienhafte angelesene Meinung bringt in solchen Themen nicht den wirklich erwünschten Erfolg. Das Jenseits ist keinesfalls mit der Totenwelt zu verwechseln. Die Totenwelt ist die Unterwelt und diese zu verlassen und zu wandeln wie die Herren der Ewigkeit, das ist das Ziel. Nicht Osiris - Ra-Atum ist der Anblick der Glückseligen! Wandeln, essen, trinken und sein wie ein Gott - nicht Hosianna jauchzen und auf Knien rutschen vor dem Thron eines selbstherrlichen, donnermächtigen Dämons mit permanenter Neigung zu Massenmord und sadistischen Spielchen mit Feuer und Flamme.


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »Frá Sophia« (18.11.2020, 07:03)
#79

Dennis

Biere, Deutschland

Eine laienhafte angelesene Meinung bringt in solchen Themen nicht den wirklich erwünschten Erfolg.

 Ihr macht es mir ehrlich nicht einfach. Zumal ich nur begrenzt die Möglichkeit habe an Informationen zu kommen die weiterführend sind. Aber gut…

Das Jenseits ist keinesfalls mit der Totenwelt zu verwechseln. Die Totenwelt ist die Unterwelt und diese zu verlassen und zu wandeln wie die Herren der Ewigkeit, das ist das Ziel.

 Hmm…hieß es nicht vor Kurzem das ich das nicht erreichen kann? Das ich diesen Weg nicht unbedingt gehen soll da er im Tod endet oder ich mich dadurch selbst in Schwierigkeiten bringe?

Nicht Osiris - Ra-Atum ist der Anblick der Glückseligen! Wandeln, essen, trinken und sein wie ein Gott - nicht Hosianna jauchzen und auf Knien rutschen vor dem Thron eines selbstherrlichen, donnermächtigen Dämons mit permanenter Neigung zu Massenmord und sadistischen Spielchen mit Feuer und Flamme.

Das ist mir durchaus bewusst und ich las auch dieses (erster Teil deiner Antwort) in Hornungs Buch Der Eine und die Vielen im Kapitel „Das Adjektiv göttlich“. Dort schreibt er: Göttlich-Sein ist somit keine Frage der Definition, der Festlegung durch einen abstrakten Lehrsatz, sondern ausstrahlende Wirkung, die unmittelbar wahrgenommen wird und nicht nur den Göttern selbst zu eigen ist, sondern auch ihren Abbildern und Manifestationen. Dieses Göttlich- oder Gottgehörig-Sein ist stets eine Eigenschaft, die personal aufgefassten Göttermächten und ihren Ausstrahlungen zukommt, es ist niemals zu einem Abstraktum, einem personifizierten Begriff hinter, über oder neben den Göttern geworden.

Göttliches, schreibt er, diesen Begriff, sollte man mit äußerster Zurückhaltung verwenden, da er als neutral zu betrachten und nicht als schlechthin zu deuten ist. Nicht nur „Reinheit“ im Äußeren sondern gerade die Reinheit im Inneren, die Glückseligkeit, die innere Ruhe aber auch das Wissen und Verhalten welches dazu führt eine „Person“ als „göttlich“ zu betiteln, tragen dazu bei auf diese heraufzuschauen, Respekt und Vertrauen zu entwickeln und im gleichen Sinne zu handeln.

Aber bleiben wir bei der Totenwelt und das verlassen dieser. Zu sein wie ein Herr der Ewigkeit, wie ein Templer, ist nur bedingt möglich für z.B. jemanden wie mich. Was nicht nur im Forum geschrieben wurde, sondern auch auf den Hauptseiten zu lesen ist. Die Totenwelt ist für mich genau das Leben jetzt (verbessert mich) denn Leben ist gebunden an den Tod. Das danach, das Jenseits, die veränderte Seins Form eines jeden Dinges, können wir doch begrifflich gar nicht darbringen, schon deshalb nicht weil unsere Sprache dafür nicht ausreicht und durch die immer rasanter werdenden Veränderungen im Denken und Handeln nicht nur gebremst sondern sogar gelöscht werden.


"Überall zeigt sich das Seiende in seiner Struktur von vollendeter Harmonie – das ist Maát."


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »Dennis« (18.11.2020, 18:14)
#80

Jamie

Biel, Schweiz

Zu sein wie ein Herr der Ewigkeit, wie ein Templer, ist nur bedingt möglich für z.B. jemanden wie mich.

 ...das ist noch milde ausgedrückt...siehst du dich denn bereits als Templer? Mir drängt sich erneut der Gedanke auf du könntest dich selbst zu wichtig nehmen. Der Mensch kann versuchen nach den Sternen zu greifen. Ob dieser Versuch jedoch von Erfolg gekrönt werden kann?

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