#11

Jamie

, Schweiz

Es gab doch zu diesem Thema früher einen Tread:


http://comm.pcmthdietempelherren.org/Forum/Das-Christentum/Damaskus-RIP_97

 

#12

PCMTH international

Brisbane, Australien

Manch einer mag die Stirn runzeln oder die Nase rümpfen ob solcher Anfragen wie sie hier von Magnusfe vorgebracht werden, aber das apokalyptische Denken, welches zweifelsfrei einen christlichen Ursprung hat, durchzieht die Geschichte seit etwa dem 5. Jahrhundert.   Spätestens seit dem Untergang des Imperiums und dem tiefen Fall in das Barbaren-Zeitalter oder  „finstere Mittelalter“, wurden mit der Ausbreitung des Christentums vor allem die apokalyptischen Ideen prägend für die Politik des Abendlandes. Wer dachte, dass mit dem Aufkommen der christlichen Ersatzreligion der Aufklärung, dem Humanismus und dem daraus erwachsenen Säkularismus diese Fantasien untergehen sollten, der wurde bitter enttäuscht. Die im letzten Jahrhundert proklamierten Neoreligionen des Kommunismus, des Maoismus, des Liberalismus  und alle verbunden Häresien weisen noch immer deutliche Spuren apokalyptischer Denkweisen auf. Alle Modernisierungstheorien sind keine wissenschaftlichen Hypothesen, sondern Theodizeen, Erzählungen von Vorsehung und Erlösung, die das Böse und das Leid in der Welt rechtfertigen und im Jargon der Sozialwissenschaften vorgetragen werden. Losgelöst von seinen religiösen Wurzeln und völlig frei von irgendwelchen Zweifeln, die noch die Denker der Aufklärung hatten, verwandelte sich der Glaube an den Markt als gottgegebene Ordnung im 20. Jahrhundert in eine säkulare Ideologie des universellen Fortschritts, verbunden mit einem nicht brechbaren Glauben an ewig wachsenden Wohlstand. Es ist der Glaube des 20. Jahrhunderts,  mit der gleichen utopischen Destruktivität wie bei allen vorherigen großen Menschheitsplänen. Der moderne Mensch ergeht sich entweder in Utopien oder in den wenigen schwachen Momenten, in denen er den Widersinn seines Handelns erkennt, in apokalyptischen Fantasien, denen kein anderes Lebewesen fähig ist außer dem Menschen. Alles was sich als Säkularisierung darstellte muss eigentlich als Angleichung der traditionellen Theologie an das intellektuelle Klima verstanden werden, welches durch die moderne (oft sinnfreie) Philosophie, durch die Natur- und die politische Wissenschaft erzeugt wurde.  Aber die Welt braucht ein neues realistisches Denken, dass aber an alte Traditionen anknüpfen muss. An die Stelle von utopischen Idealen muss das Bemühen treten, die realen Gegebenheiten zur Kenntnis zu nehmen. Sicher wird man in den alten Schriften nicht eine Lösung finden für das dramatische Dilemma dem die Menschheit heute gegenübersteht. Ausgangspunkt des realistischen Denkens sollte Machiavellis Einsicht sein, dass Regierungen ihre Ziele in einer Welt verfolgen müssen, in der es immer Interessengegensätze und Konflikte geben wird und welche nie weit vom Kriegszustand entfernt ist. Schlussfolgerungen die aus dieser grundlegenden Erkenntnis zu ziehen sind, hängen von den jeweils historischen Umständen ab. Obgleich die realitätszentrierten politischen Theorien der jüngeren Vergangenheit durchaus schwerwiegende Schwachstellen aufweisen, können wir aus ihnen mehr über die Konflikte der Gegenwart lernen als aus den Ideen sämtlicher anderer Denkschulen. Der Realismus erfordert eine geistige Disziplin, die einer Kultur, der das physische Wohlbefinden über alles geht, zu karg erscheint. Man muss sich mit gutem Recht fragen, ob westliche liberale Gesellschaften überhaupt zu der moralischen Anstrengung in der Lage sind, die man aufbringen muss, um sich von der Hoffnung auf Weltverbesserung freizumachen. Freimachen jedoch muss die Gesellschaft sich auch von apokalyptischen Fantasien, die völlig weltfremd und situationsbedingt in einer Zeit welche und für ein Volk welches ohne diese Schriften in der Bedeutungslosigkeit versunken wären, niedergeschrieben wurden. Die Apokalypse gehört zur Absurdität der Moderne. Religiöse Apokalyptiker nehmen an, dass das Drehbuch von Gott stammt – in den säkularen apokalyptischen Erzählungen und Ideen ist der Autor eine ähnlich schwer zu fassende Figur, nämlich die Menschheit die gegen die Mächte der Unwissenheit und des Aberglaubens ankämpft.

Der Tempel ist bemüht sein Vorgehen in dieser sich so bewegt entwickelnden Zeit so zu gestalten, dass er und seine gottgeweihten Diener den schlimmsten Gefahren dieser Situation entgehen, indem er beständig Mittel einsetzt, die zur Beruhigung beitragen. Es wird in naher Zukunft nicht darum gehen, Schwierigkeiten in einem einzigen dramatischen Schritt aus dem Weg zu räumen, sondern darum, immer wieder neue Krisen zu bewältigen und sich neuen Schwierigkeiten zu stellen!

 

Frá Richard v. Alvensleben

 Komtur des Tempels

 Department of the Master-Trappearius


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »PCMTH international« (06.03.2012, 11:17)
#13

- admin -

Köln, Deutschland

Chemiewaffen und Diktatoren

– das ist zum einen eine schaurige Geschichte, voll realer und imaginierter Gefahren, zum anderen reale politische Wirklichkeit. Wenn in der letzten Zeit ein nahöstlicher Diktator stürzte, kam meist diese Massenvernichtungswaffe als ultimatives Horrorgespenst ins Spiel. Als der Libyer Muammar al-Gaddafi sich im Sommer 2011 in der Hauptstadt Tripolis gerade noch halten konnte, fragte man sich bang: Wird er Chemiewaffen einsetzen? Als die US-Armee in Frühjahr 2003 auf Bagdad zumarschierte, propagierte man in den westlichen Medien TV-Reporter mit am Gürtel pendelnden Gasmasken. Diese Bilder hinterließen bei den Menschen weltweit  einen bleibenden Eindruck.

 

Weder Gaddafi noch Saddam Hussein haben kurz vor ihrem Fall diese fürchterlichen Waffen eingesetzt. Wir wissen nicht, ob sie es nicht taten, weil sie dazu nicht mehr in der Lage waren und von den Ereignissen einfach überrollt wurden,  oder weil sie es tatsächlich nicht wollten. Wir wissen aber, dass beide Chemiewaffen in großem, Umfang besaßen. Saddam Hussein hatte sie tatsächlich eingesetzt. Während des Krieges mit dem Iran (1980 bis 1988) ließ er iranische Truppen mit Chemiewaffen beschießen. Im Jahr 1988 richtete er unter irakischen Kurden ein Massaker an. In der kurdischen Stadt Halabdscha starben mehr als 5.000 kurdische Zivilisten einen qualvollen Tod, weil Saddam Hussein Behälter mit den Nervengiften Tabun und Sarin über der Stadt abwerfen ließ. Jetzt in den Medien mit den Stimmen selbsternannter „Fachleute“ hier irgendwelche fragwürdigen Scenes im Sinne einer Wirkungsverleugnung solcher Waffen zu verbreiten ist primitive ideologisch geprägte Polemik. Auch im Iran wurden solche Waffen im Winter eingesetzt und die zehntausende Toten sind keine Erscheinungen gewesen, von welchen man im westlichen Kulturkreis zu Weihnachten so gern fantasiert.

Massenvernichtungswaffen bieten selbstverständlich auch die Möglichkeit, einen Herrscher endgültig zu delegitimieren. Einer, der um den Preis des Machterhalts in Kauf nimmt, Tausende zu vergiften, stellt sich außerhalb jeder Zivilisation. Der kann für niemanden mehr Partner sein, weder politisch noch in sonst einer Weise. Das ist die politische Bedeutung der Debatte um einen möglichen Einsatz von Chemiewaffen. Trotzdem bleibt die Frage: Ist Assad so eine Tat zuzutrauen? Eine Antwort kann man nur in der Person Assads finden – seinen Generälen sind die Tragweite und die zu erwartende politische und militärische Folge deutlich bewusster als dem Diktator. Doch hier liegt auch die Gefahr der Unkalkulierbarkeit – Assad beauftragt zunehmend niedere, jüngere Offiziersränge mit kritischen Aufgaben. Diese sind manipulierbar und durchaus fähig für Versprechen über Leichen zu gehen.

 Die besondere Tragik des seit eineinhalb Jahren andauernden syrischen Bürgerkrieges besteht darin, dass trotz der massiven iranischen Unterstützung des Regimes bisher keine der beiden Seiten in der Lage war, die andere militärisch zu besiegen. Über längere Zeit bestand ein Patt, das zur weiteren Brutalisierung und Entmenschlichung des Geschehens führte. Die Türkei, Saudi-Arabien und Katar unterstützen die Aufständischen seit dem letzten Sommer in dem Glauben, dass mittels Gewalt ihre Interessen gewahrt werden können; der Iran unterstützt Assad von Anbeginn des Konfliktes sowohl Logistisch als auch durch extremistische Systemoffiziere und Gardemilizeinheiten, weil der Sturz des Diktators iranische strategische Interessen aufs Schwerste beschädigen würde. Aus genau diesen Gründen gibt es keinen politischen Spielraum für eine Konfliktlösung – einen solchen gab es nach den ersten Schüssen regimetreuer Scharfschützen auf Zivilsten zu keinem Zeitpunkt. Eine Minderheit ist nur in der Lage ein Volk zu regieren und zu kontrollieren, solange dem Volk dadurch Vorteile erwachsen, solange politische Versprechen eine gewisse Erwartung der Erfüllung noch erkennen lassen – irgendwann aber genügen Versprechen in die Zukunft nicht mehr und das Volk wird sich seine Erwartungen selbst zu erfüllen suchen.

Frá Eduard Prinz Kapiani

Ritter des Tempels


 - Zwar hat die menschliche Unvernunft nicht zugenommen. Ruinös angestiegen ist jedoch die Zahl der Unvernünftigen -

#14

PCMTH international

Brisbane, Australien

Für Israel ist die rote Linie überschritten –

Höchste Alarmstufe für Israel und die USA

Gefährliche Waffen welche in die Hände von Hisbollah und Hamas geschleust werden sollen, sind geeignet in Israel die höchste Alarmstufe auszulösen. Was das syrische Regime bezwecken will, ist keineswegs so unklar, wie es heute von den bekannten Medien verbreitet wird. In dieser kritischen Lage kann theoretisch alles passieren – auch eine bewusste Provokation der Israelis um dem Iran eine Rechtfertigung für den lange geplanten Angriff auf Israel zu geben.

Quelle:eigene, mit Material von Reuters -  Krieg oder Nicht-Krieg – im Nahen Osten sind die Grenzen fließend. Das gilt auch für die Nachricht, dass israelische Jagdbomber auf der syrischen Seite an der Grenze zum Libanon einen Konvoi mit Luftabwehrraketen des russischen Typs SA 17 angegriffen haben. Nicht nur die Israelis betrachten diese Waffen als hochgefährlich, weil sie die Vorherrschaft ihrer Luftwaffe über den von der Hisbollah kontrollierten Gebieten im südlichen Libanon infrage stellen. Diese Missiles gelten als hochwirksam, da sie leicht zu transportieren und zu verstecken sind, zudem ihr Ziel selbstständig suchen und vernichten, speziell niedrig fliegende Maschinen.

Unmittelbar nach dem Angriff meldete die syrische Nachrichtenagentur voller Empörung, israelische Maschinen hätten einen militärischen Forschungskomplex angegriffen. Was bezeichnenderweise nicht gesagt wurde, was aber in Geheimdienstkreisen lange bekannt war, ist die Tatsache, dass es sich bei den in diesem Komplex eingelagerten, schlagkrafterhöhenden und systemrelevanten Waffen um Chemie- und Biowaffen modernster Bauart aus dem Iran handelt.

Ohne jeden Zweifel sind hier Zerfallserscheinungen des Assad-Regimes und seiner Armee zu erkennen. Aber es geht bei den Waffenverschiebungen der letzten Tage nicht allein darum die vom Iran finanzierte, ausgerüstete und ausgebildete Hisbollah aus der Erbmasse Assads mit modernsten aus dem Iran gelieferte Waffen aufzurüsten. Zu deutlich tönen hier die Propagandaschreie der Schiitenpartei für die "Achse des Widerstands", bestehend aus Hisbollah, den Assad-Milizen und dem Iran, welche das Assad-Regime verteidigen und diesem ewige Treue geschworen haben.  Das vor dem Zusammenbruch stehende Regime in Damaskus rüstet ganz gezielt die Hisbollah auf und provoziert ganz bewusst die Ausweitung der Kämpfe durch Provokation Israels? Plötzlich reagiert der Iran hier in einer Tonart, welche wir in den letzten Monaten regelrecht vermissten. Man droht mit Vergeltung und gezielten Angriffen auf Israel. Hat man aus diesem Grund in den letzten Wochen mehrere tausend Hisbollah-Kämpfer nach Syrien verlegt und iranische Spezialkräfte in den Libanon einsickern lassen? Schon von Anbeginn des Bürgerkrieges ist bekannt, dass der Iran die eigentlich agierende Kraft im Hintergrund ist, welche das Assad-System, wenn nicht zu erhalten, zumindest beerben will.

Syrien verfügt über eines der modernsten Luftabwehrsysteme der Welt, welches durch russische Spezialisten und iranische Ingenieure und Techniker aufgebaut und mehrfach getestet wurde. Die Flächenabdeckung liegt um 600 % höher als seinerzeit im Irak und gilt als sicherer als das iranische System. Hier muss die Frage erlaubt sein und auch bestellt werden, wie war es den Israelis möglich mit 3 Staffeln Jagdbombern in diese Hölle aus modernsten Geschützen und Raketenwerfern einzufliegen?  Das russische Außenministerium beschwerte sich über den israelischen Angriff und äußerte Unmut und zu erwartende Reaktionen. Ist man etwa verärgert, dass die eigenen, hochgelobten und weltweit verkauften Systeme derart versagen, wenn es wirklich darauf ankommt. Oder versagen diese Systeme genau zum richtigen Zeitpunkt immer dann, wenn die Russen über Präventionsmaßnahmen vorher informiert wurden, wie es auch gestern und zuvor beim Angriff auf die syrischen Atomanlagen erfolgt ist?

Die Antworten verbergen sich im Nebel des Krieges, im Taktieren und Paktieren auf Ebenen, welche nicht unbedingt öffentlichkeitspropagandistisch zu nutzen wären. Jetzt geht es hier aber um Bedrohungen, die für den Staat Israel jene rote Linie verletzen, welche die Regierung in Jerusalem zur Abschreckung und Eindämmung gezogen hat. Die Kämpfe in Syrien haben einen Zustand erreicht, der mit den lächerlichen Genfer Formeln längst nicht mehr zu bewältigen ist. Wenn nichts passiert, kann alles passieren.

Frá Ming Bao Li

Komtur des Tempels

 


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »PCMTH international« (31.01.2013, 18:40)
#15

- admin -

Köln, Deutschland

Syrien ist seit einigen Tagen wieder verstärkt zum Spielball der westlichen Medien und Politiker geworden. Untergründige Hilfszusagen, hintergründige Verweigerungshaltung und vordergründiges politisches Versagen bestimmen jedoch den Tenor dieser Meldungen. Die USA und Russland „sprechen“ seit Monaten über Syrien und ergehen sich in politischen Phrasen ohne jeglichen erkennbaren Wert für eine immer wieder vorgeschobene politische Lösung. Hilfszahlungen der Amerikaner für humanistische soziale Hilfsprojekte und Maßnahmen werden diesen Bürgerkrieg aber genauso wenig beenden wie die permanenten, über den Iran ausgeführten, russischen Nachschublieferungen an militärischem Material und Ausrüstung für die Assadadministration und ihre Milizen. Das ist natürlich auch den Medien und den europäischen Möchtegernweltpolitikern durchaus bewusst – auch wenn aus Europa zumindest Hilfsgelder für die FSA und ihre Regimenter in Syrien  direkt gewährt werden. Die Arabische Liga ist in ihrer Ohnmacht schon mehr zu bemitleiden als wirklich noch politisch ernst zu nehmen. Syrien blutet und leidet – wirkliche zwingend erforderliche Unterstützung für die FSA kommt aus Quellen, welche kaum erwünscht sind oder nicht öffentlich werden dürfen und können. Man hält sich in den westlichen Medien an den Zahlen der UN-Flüchtlingskommissarin aus dem Februar fest, welche die Toten mit 70.000 bezifferte und ignoranter Weise, trotz täglicher Meldungen von mehr als 200 zusätzlichen Toten, über Wochen keine neuen Zahlen veröffentlichen. Gestern zeigte sich plötzlich ein Kommentator überrascht über eine neue Meldung von inzwischen 80.000 Toten und verweigerte doch die Akzeptanz unserer neuesten Zahlen von 92.000 Toten.

Noch nie hat sich die Weltgemeinschaft derart offensichtlich blamiert und ihre Existenzberechtigung als politische Kraft derart selbst in Frage gestellt. Internationale Hilfsgelder wurden in Höhe von mehreren Beträgen in dreistelliger Millionenhöhe direkt an das Assad-Regime ausgezahlt – natürlich mit der Zusage diese Gelder nur für humanistische Hilfe zu verwenden, während täglich unter UN-Aufsicht iranische Flugzeuge in Damaskus landen und militärische Hilfslieferungen an Assad landen. Im Irak werden unter UN-Beobachtung syrische Milizen von iranischen Kräften für Assad ausgebildet und unter UN-Geleit nach Syrien transportiert. Im Libanon werden Hisbollah-Kräfte von iranischen Führungsoffizieren auf ihren Einsatz in Syrien vorbereitet und von iranischen Leitoffizieren in Syrien eingesetzt. Alle diese völker- noch menschrechtlich nicht zumindest fragwürdigen Ereignisse wurden mehrfach an verantwortliche UN und sogenannte „Großmacht“-Vertreter gemeldet und durch Beweise unterlegt. Gehandelt wurde niemals – nur vertröstet und nach außen immer wieder die „mangelnde Beweislage“ vorgeschoben. Massaker, Giftgasangriffe, Einsätze nichtsyrischer Kräfte in Aleppo, Homs  und Damaskus werden einfach verleugnet, ignoriert und verniedlicht – niemand scheint die Leiden der Syrer wirklich ernstnehmen zu wollen. Niemand? – außer die Israelis, welche die Gesamtlage nicht nur im Eigeninteresse sehr genau beobachten und kein noch zu kleines Ereignis übersehen, nein, die Israelis handeln auch und schaffen Tatsachen, welche aufgrund der jeweiligen Ereignislage einfach unumgänglich sind. Inzwischen fliegen israelische Kampfbomber nahezu täglich über den Libanon und zeigen damit sehr deutlich, dass der syrische Luftabwehrschild nicht wirklich existiert. Sie erbringen den Beweis, dass ein Schutzschild über die von der FSA eroberten Gebiete zur Befriedung derselben durchaus realisierbar ist. Aber nichts geschieht – man ergeht und versteckt sich in immer neuen „Expertisen“ von Schreibtischtätern mit fragwürdigem politischem Hintergrund. Aus diesem Grund wurde wohl auch die vermeintliche Sensationsmeldung über eine vorgeblich bevorstehende Lieferung von russischen S-300 Luftabwehrraketen ins Spiel gebracht. Einer Meldung welche bereits zu Beginn des Bürgerkrieges akut war, welche jedoch erst jetzt ins Spiel gebracht wird um Russland zu diskreditieren und möglicherweise Israel zumindest zu verunsichern. Assad wird diese Systeme niemals erhalten – sollte Putin hier wortbrüchig werden… Gott ist so verzeihend und erbarmend!

Sicher sind die von westlichen Medien und Politikern regelrecht herbeigeredeten und gewünschten al Nusra Brigaden ein kaum zu kalkulierender Faktor in diesem Krieg; aber diese agieren völligen autark und sind von der FSA weder zu kontrollieren noch zu beeinflussen – verschwiegen wird jedoch, dass diese kaum über 2800 Kämpfer verfügen, von denen mehr als 1500 aus Europa, nahezu 1000 aus Deutschland stammen (die Deutschen rechnet man schön, indem man die Deutsch-Migranten ohne deutschen Pass einfach ihrem Heimatland zurechnet). Die FSA verfügt über etwas mehr als 100.000 Kämpfer, welche überwiegend aus der syrischen Armee rekrutiert sind und durch Kräfte des Tempels oder diesem nahestehende Kräfte ausgebildet wurden. Dass diese relativ kleine Armee überhaupt so lange den Widerstand gegen eine der größten Armeen der Welt mit gesicherten unerschöpflichen Nachschubreserven, welche durch den Iran und Russland gewährleistet sind, erfolgreich aufrechterhalten konnte, ist allein der Anpassung der Taktik und der damit verbundenen Ausbildung im Guerillakampf ( siehe Mao „die Theorie des Guerillakrieges“) sowie dem unbrechbaren Freiheitswillen dieser Männer und Frauen zu verdanken.

Auf der Seite Assads kämpfen an den Brennpunkten des Geschehens derzeit nahezu ausschließlich ausländische Kämpfer aus dem Libanon, Gaza, Iran und Nordafrika, welche in Milizen organisiert und von iranischen und Hisbollah-Offizieren geleitet werden. Einige dieser Milizen agieren zwischen den Kräften der FSA und täuschen eine Zugehörigkeit zum Widerstand vor, um dann in Stellungen der FSA oder al Nusra brutale Massaker zu verüben. Diese waren es auch welche die inzwischen mehrfachen Giftgasüberfälle durchführten. Die zunehmend fragwürdigere Haltung der USA zu diesen Vorgängen beunruhigt unsere Kräfte zunehmend und wir müssen uns hier den heutigen Äußerungen des türkischen Außenministers Ahmet Davutoglu anschließen und ein sofortiges Handeln der UN einfordern.

Frá Sumedha Gupta

Ritter des Tempels

 


 - Zwar hat die menschliche Unvernunft nicht zugenommen. Ruinös angestiegen ist jedoch die Zahl der Unvernünftigen -


Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal bearbeitet, zuletzt von »- admin -« (12.05.2013, 11:03)
#16

andreas

, Schweiz

Es wäre vielleicht mal an der Zeit, dass der Tempel einen Update zu Lage in Syrien schreibt. Die USA haben, nach Frankreich ua. offiziell festgestellt, dass in Syrien Giftgas eingesetzt wurde. Auch (und vor allem?) von der Regierung. Arabische Staaten (inkl. den mit den USA liierten Saudis) sollen zum Jihad in Syrien aufgerufen haben. Die Al-Kaida nahe Al-Nusra soll sich nicht so einig sein, wie man denkt. Da spielen wohl unterschiedliche Interessen von unterschiedlichen Staaten mit. Die Rolle der FSA ist für mich undurchsichtig, immer wieder werden von denen Greuelgeschichten berichtet, die aber nicht überprüfbar sind. Am schlimmsten sind aber die Medien, die egal bei was, immer von "Rebellen" redet, obwohl es da durchaus Unterschiede gibt.


Für einen Klugen genügt ein Wort; doch den Dummkopf belehrst du, indem du eine Tonscherbe an die andere klebst. (Si-Sobek, Papyrus Ramesseum I.)

#17

- admin -

Köln, Deutschland

Hat das syrische Regime Giftgas gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt? Diese Frage treibt die internationale Gemeinschaft um. Syrien will nun UN-Inspektoren in betroffene Dörfer  lassen, die die Vorwürfe prüfen sollen – allerdings macht das Regime wie immer die Spielregeln.

Die Vereinbarung wurde am Sonntag bei einem Treffen der deutschen UN-Abrüstungsbeauftragten Angela Kane mit dem syrischen Außenminister Walid Muallem getroffen, wie dessen Ministerium mitteilte. Demnach darf das von dem Schweden Ake Sellström geleitete UN-Inspektorenteam auch in der Provinz Damaskus ermitteln. Die Untersuchung werde am Montag beginnen, teilte die UNO umgehend mit.

Nach Angaben der syrischen Opposition waren am Mittwoch bei Angriffen der Regierungstruppen mit Chemiewaffen nahe der Hauptstadt mehr als tausend Menschen getötet worden.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen berichtete von mindestens 355 Patienten mit „neurotoxischen Symptomen“, die in 3Krankenhäusern in Damaskus gestorben seien, welche von Ärzten des MSF unterstützt werden. Insgesamt seien etwa 3600 Menschen mit Anzeichen, wie sie nach Giftgas-Einsätzen typisch seien, in diese Kliniken eingeliefert worden. Die syrische Regierung bestreitet wie üblich, Chemiewaffen eingesetzt zu haben und beschuldigt die Opposition.

Westliche Regierungen zeigten sich am Wochenende zunehmend überzeugt, dass bei dem Angriff am Mittwoch Chemiewaffen zum Einsatz kamen und dass die Regierung verantwortlich sei. Frankreichs Präsident François Hollande sagte, vieles deute darauf hin, dass die syrische Regierung einen Chemiewaffenangriff verübt habe.

Ein US-Regierungsvertreter sagte am Sonntag, es bestehe angesichts der Zahl der Opfer und ihrer Symptome sowie aufgrund von US-Geheimdienstinformationen „kaum Zweifel“ daran, dass nahe Damaskus Giftgas gegen Zivilisten eingesetzt worden sei. Die Bereitschaft der Regierung in Damaskus zu einer UN-Untersuchung komme „zu spät, um glaubwürdig zu sein“, sagte er. „Wenn die syrische Regierung keine Chemiewaffen eingesetzt hätte, hätte sie die Angriffe in dem Gebiet beendet und der UNO vor fünf Tagen Zugang gewährt.“

Das Weiße Haus hatte zuvor mitgeteilt, es werde über „mögliche Antworten der internationalen Gemeinschaft“ nachgedacht. Obama telefonierte am Samstag mit dem britischen Premierminister David Cameron und traf sich mit seinen führenden Sicherheitsberatern. Er habe die Geheimdienste beauftragt, „Fakten und Beweise“ zusammenzutragen, hieß es aus dem Weißen Haus. Die Regierung habe eine Reihe von Optionen und werde den „nationalen Interessen“ entsprechend handeln.

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel sagte, die US-Streitkräfte seien bereit zum Eingreifen in Syrien, sollte Obama dies anordnen. Der iranische Vize-Generalstabschef Massud Dschasajeri warnte die USA vor „ernsten Konsequenzen“ im Falle einer Militärintervention.

 

Soweit die Zusammenfassung heutiger Medienberichte. Während aus Moskau die übliche Verteidigungspropaganda verlautet, dass man natürlich wieder Beweise für die Verantwortung der Opposition für den Giftgasangriff habe, geht Teheran bereits zur drohenden Aggression gegen die USA über. Man bejubelt in russischen und iranischen Medien die Bereitschaft zur Verteidigung der in Syrien bestehenden Interessen und verbreitet Werbefilme eigener Militärdarstellungen um die Ernsthaftigkeit zu untermauern. Der Tempel ist hier sehr zuversichtlich, dass die USA weder die Russen noch die Iraner wirklich fürchten  oder ernst nehmen müssten. Russland ist militärisch nicht einmal in der Lage 30 % seiner Verbände in Bereitschaft zu halten und der Iran ist nicht wirklich in der Lage die eigenen Grenzen zu verteidigen. Ein Engagement gegen überlegene westliche Kräfte würde hier schnell Grenzen aufzeigen, welche in der eigenen Bevölkerung im Iran durchaus „Frühlingsgefühle“ aufwallen lassen könnten. Russland ist Atommacht und der Iran könnte Terroranschläge mit „schmutzigen Waffen“ ins Spiel bringen, ist eine weit und gern verbreitete Argumentation – aber weder ist Putin tatsächlich von Wahnsinn befallen, noch die Ayatollahs lebensmüde. Amerika muss sich entscheiden, jetzt und wirklich in abschreckendem Maße, denn man kann  sich selbst nicht von der Verantwortung für die entstandene Lage in Syrien freisprechen. Man ist auf die russisch-iranische Propaganda reingefallen und hat sich bloßstellen lassen. Wenn man jetzt das Heft des Handelns endgültig aus der Hand gibt, dann ist das Vertrauen auch der letzten „Freunde“  endgültig verloren und der Iran wird im Nahen Osten zur Hegemonialmacht aufsteigen. Die Weltgemeinschaft muss handeln – genau und spätestens jetzt. Das Gleiche gilt für die USA – ein Versagen würde diese politisch genauso bloßstellen wie man es am abschreckenden Beispiel  Russland erkennen sollte, welches nicht nur militärisch zur Bedeutungslosigkeit herabgesunken ist. Atomwaffen allein reichen nicht aus um Weltmacht zu spielen – es bedarf auch eines hohen Maßes an Vernunft und Menschlichkeit. Die Drohungen des Iran zeigen wie sehr die Mullahs ihre Pläne gefährdet sehen – und genau dies sollte geeignet  sein auch dem letzten Zweifler die Augen zur Wahrheit zu öffnen.

Frá Eduard Prinz Kapiani

Ritter des Tempels

 


 - Zwar hat die menschliche Unvernunft nicht zugenommen. Ruinös angestiegen ist jedoch die Zahl der Unvernünftigen -


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »- admin -« (25.08.2013, 22:01)
#18

- admin -

Köln, Deutschland

Eine ehrwürdige Regel der Logik ist, dass die Beweislast bei der Person liegt, die eine positive Behauptung aufstellt (z.B. „die FSA verfügt über Giftgas“), und umgekehrt, dass man nie versuchen muss, eine negative Behauptung zu beweisen (z.B. „beweisen Sie, dass es kein Giftgas bei der FSA gibt“). Diese Regel entspringt dem Grundaxiom der Existenz und seinem Primat über das Bewusstsein, d.h. man muss eine Behauptung mit Fakten, und nicht mit der Abwesenheit von Fakten beginnen. Eine willkürliche Behauptung ist eine, für die es keine Beweise gibt, weder perzeptive noch begriffliche. Weil die Aussage dann nicht im Bereich des Beweisbaren liegt, kann sie kein Prozess der Logik beurteilen, um ihre Wahrheit (Korrespondenz mit der Realität) oder Unwahrheit (Widerspruch zur Realität) zu bestimmen. Die rationelle Antwort auf eine solche Behauptung ist, sie ohne Diskussion, Erwägung oder Argumentation abzuweisen. 

 


 - Zwar hat die menschliche Unvernunft nicht zugenommen. Ruinös angestiegen ist jedoch die Zahl der Unvernünftigen -

#19

PCMTH international

Brisbane, Australien

Viele Anfragen erreichen den Tempel in den letzten Tagen, viele Vorwürfe werden laut und selbst viele Drohungen werden ausgesprochen. Aber offensichtlich fehlt den meisten der hier lautstark tönenden auch die geringste Information über das was in Syrien tatsächlich geschieht und auf welche menschenverachtende und regelrecht irrsinnig brutale Art, seitens des Assad-Regimes und dessen Unterstützentruppen aus Iran, Irak und von der libanesischen Hisbollah, gegen das syrische Volk vorgegangen wird. Aufschrei in der Weltpresse bisher überwiegend Fehlanzeige – dafür umso mehr Propagandavorträge und Fehlinformationen auf iranischen, russischen und syrischen Staatsmedien. Der russische Außenminister Lawrow scheint zum neuen Comical-Ali in diesem grausamen Polittriller zu mutieren und westliche Medien scheinen dessen Lügen, wie die Offenbarungen des Johannes, von seinen Lippen regelrecht abzufressen und als die wahre Prophezeiung des Jesaja in Umlauf zu bringen.

Meldungen der syrischen Opposition werden grundsätzlich als unüberprüfbar und wenig bis überhaupt nicht glaubhaft festgeschrieben. Hier haben die iranischen und russischen Geheimdienste einen Erfolg zu verbuchen, wie er bisher einmalig in der Geschichte der Weltpresse und der Weltgemeinschaft zu verzeichnen ist. Das Leiden des syrischen Volkes, die völlige Zerstörung der Infrastruktur und jegliche städtischer Substanz des Landes, wurden trotz eindeutiger Beweislage als dramatisch aber kaum zu verhindern abgetan -  anderes  als feiges wegschauen konnten wir in keinem einzigen Land des Westens erkennen. Was für eine Bankrotterklärung wissenschaftlicher Neutralität und Arbeit zeigen sogenannte hinzugezogene Spezialisten und Fachleute aller Couleur und welch brutale Gleichgültigkeit zeigt die Politik in Deutschland?

Die rote Linie wurde bereits vor mehr als einem Jahr überschritten – die Oppositionsverbände hatten mehr als 70 % des Landes unter Kontrolle und es zeigten sich nur kleine versprengte Einheiten extrem islamischer Organisationen in Syrien – al Kaida hatte im Irak gerade noch 9 Aktivisten unter Kontrolle. Assad war am Ende – und wie reagierte die Weltgemeinschaft, wie der Westen? Europäische Waffenlieferanten erhielten 1.6 Milliarden Direktzahlungen für moderne Panzer- und Luftabwehrsysteme, die Politik zeigte sich positiv geneigt. Doch wenige Tage danach, ein völlig anderes Bild – Russland verstärkt die Waffen- und Versorgungslieferungen nach Damaskus und der Iran verlegt Truppen direkt in die Krisengebiete. Defekte Kampfflugzeuge werden durch russisches Personal gewartet und in Einsatz gebracht. Panzer aus dem Irak direkt an das Regime geliefert – die erkämpfte militärische Überlegenheit der FSA kippt – und der Westen zeigt sich den Propagandameldungen der Iraner deutlicher geneigt und stellt die Opposition in Syrien zunehmend in die Ecke des Extremismus – ja selbst die von Lawrow aufgebrachten Meldungen angeblicher Söldner und Glaubensfanatiker in den Reihen der FSA wurden vom Westen regelrecht dankbar geschluckt wie russischer Kaviar.

Hat der Westen noch immer nicht begriffen, dass sein Scheitern in Afghanistan das Ergebnis iranischer Militär- und Politaktionen ist? Warum lässt er sich auch in Syrien durch die Mullah-Propagandisten so erschreckend simpel vorführen? Aber Assad ist inzwischen dermaßen vom Wahnsinn getrieben, dass ihn auch die Russen und Iraner nicht mehr kontrollieren können – Russland erkannte dies bereits vor Monaten und hat – nachdem wir recht eindrucksvoll die gesamten angelieferten Jachont ausschalteten und gleiches für weitere Lieferabsichten der Russen zusagten – seine gesamten Militärberater und Fachkräfte abgezogen, die Marinebasis ist geschlossen. Das hier bereits gewisse Erkenntnisse bei den Russen vorlagen, zeigt sich deutlich darin, dass die Amerikaner den Russen zu diesem Zeitpunkt die Möglichkeit aufzeigten konsequent friedensstiftend einzugreifen – diese zogen die 6. Flotte aus dem Mittelmeer ab, ein Wink mit dem Zaunpfahl. Die Russen deuteten dies aber als Zeichen von Schwäche und verstärkten die Lieferung von konventionellem Militärmaterial in dramatischem Umfang. Die Opposition geriet unter zunehmenden Druck und war gezwungen Gebietsverluste hinzunehmen um die Verbände neu zu formieren und für neue Taktiken auszubilden. Dies zeigte jetzt gerade erste Wirkung – Assad zeigte sich panisch bei den Verlusten seiner Einheiten in den letzten Wochen – völlig klar, dass hier die Schuld wieder den Amerikanern zugeschoben wurde, die Amerikaner und immer die Amerikaner – das passte ins Konzept des Massenmörders, der Iraner und der Russen. Dabei sind US-Waffen in Syrien eine wirkliche Seltenheit und ausschließlich auf dem afrikanischen Schwarzmarkt zu erhalten – die USA liefern keine.  

Der jetzige Giftgasanschlag ist nur ein weiteres Zeichen des zunehmenden Verfalles des Diktators in den Wahnsinn – er ist unbesiegbar, unsterblich - nach dem er das Attentat vor wenigen Tagen überlebte, und er kann tun was immer er will, bombardieren, massakrieren, vernichten. Es ist fünf vor Zwölf und somit mehr als geboten diesem Treiben endlich Einhalt zu gebieten. Die Beweise sind unumstößlich, die Fakten unumkehrbar -  egal was immer dort im Westen politisch entschieden wird, niemand kann sich hier aus der Verantwortung stehlen – alle sind schuldig und haben sich verachtenswert bis erbärmlich verhalten. Wieder einmal müssen die Amerikaner das Helft des Handelns aufnehmen – nicht weil diese dazu gezwungen wären – Obama könnte auch diese Rote-Linie Story noch wegstecken – was kümmern sich andere Politiker um ihre dummen Geschwätze von gestern oder vorgestern.  

Aber die Amerikaner erkennen zunehmend welches Schicksal hier noch für abertausende Syrer zu erwarten ist. Es ist eine Frage der Menschlichkeit, welche auf einem Boden von Vernunft, nur zu einer Entscheidung führen kann. Aber wir sehen jetzt schon,  egal was Obama auch immer tut oder unterlässt, man wird ihn dafür tadeln und politisch angreifen. Tatsächlich kommt der Militärschlag viel zu spät. Das Assad-Regime hat mit passiver Unterstützung durch die Putin-Administration und aktiver Unterstützung durch das Mullah-Regime bereits Zigtausende (158.678) seiner „ungehorsamen“ Mitbürger ermordet.

Die UN ist seit Jahren zur Handlungsunfähigkeit gelähmt; die Vetomächte China und Russland - ihrerseits rechtsfreie Despotien ohne jedweden moralischen Anspruch - haben diesen teuren Diskutier-Verein zum Leerlauf verurteilt. Aus menschlichen Gründen kann und sollte eine Weltmacht realer Prägung - kein Schwätzerzentrum von Appeasern, wie "Europa" - hier das Risiko des Beliebtheitsverlustes bei Leuten, deren Meinung ohnehin nichts taugt, eingehen und dem Politverbrecher Assad jegliche Möglichkeit nehmen, anders ins Paradies einzugehen als dereinst „Oberst“ Gaddafi. So setzt man auch ein deutliches Zeichen an den Iran – die Mullahs bekommen vor Augen geführt, womit letztlich zu rechnen ist, wenn diese ihren von Khomeini festgeschriebenen Weg weiterverfolgen.

Der Protest Russlands mag Herrn Schröder und einige Linke Größen beunruhigen, tatsächlich ist der Putinstaat weltpolitisch unbedeutend und der dortigen Führung sind die militärische Schwäche und die Gefahr einer wirtschaftlichen Isolation durchaus bewusst. China akzeptiert politisch immer den Stärkeren, es ist eine Überlebensdoktrin sich in nichts reinziehen zu lassen und allein dem Wohle der Partei und des Landes zu dienen, mithin die Interessen der USA nicht zu beeinträchtigen und damit ihren größten Exportmarkt zu gefährden.

Wir erwarten ein Signal und wir stehen zu unserem Wort – es ist an der Zeit ein deutliches und prägendes Zeichen zu setzen.

Frá Mohiuddin Batu Khan

Ritter des Tempels


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »PCMTH international« (27.08.2013, 23:03)
#20

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Köln, Deutschland

Während am heutigen Tage, trotz der Anwesenheit von UN-Inspekteuren, 587 weitere Kriegstote in Syrien zu beklagen sind, debattieren in Europa Regierungen, Parteien, Gewerkschaften und unbedarfte Zivilpersonen über den Sinn und die Erfordernis eines Eingriffes seitens des Westens. Großbritannien wählte den Weg in die militärische Bedeutungslosigkeit und politische Unfähigkeit Zeitzeichen richtig zu interpretieren und sich zwingende Handlungserfordernisse zu stellen. Niemand hatte Erwartungen in die osteuropäischen Staaten, diese stehen dem russischen Regime noch immer deutlich näher, als einer wirklichen europäischen Union. Diesen hinzuzuzählen sind die Österreicher, welche sich wirtschaftlich völlig von Russland und Osteuropa  abhängig machten und kaum noch selbst Regierungsentscheidungen zu treffen wagen, ohne Rücksicht auf mögliche Gefühlsverletzungen in Moskau. Die deutsche Appeasement-Politik war auch hier wieder durchschau- und kalkulierbar, niemand rechnete hier mit einer wirklichen Unterstützung oder ernstzunehmenden Zusagen. Die Italiener und Spanier sind bankrott und nicht in der Lage auch nur ein Versorgungsschiff einsatzfähig auszurüsten – ganz abgesehen von der Unzuverlässigkeit und mangelnden Qualifikation militärischen Personals dieser Länder. Bleibt also nur Frankreich – ausgerechnet ein linker Präsident beweist Mut, Entschlossenheit und Stärke, sich einer wirklichen Herausforderung zu stellen. Hier wurden wir positiv überrascht.

Dem britischen humanistische Versagen und die damit verbundene menschliche Blamage des gesamten Commonwealth versuchen wir derzeit etwas entgegenzusetzen – die Legaten des Tempels für Ostasien und Ozeanien verhandeln derzeit mit der australischen Regierung um aktive Unterstützung der gebotenen Erfordernisse. Die Golfstaaten und Saudi-Arabien haben ihre Unterstützung in Aussicht gestellt. Saudi-Arabien hat seine Armee in Alarmbereitschaft versetzt und seine Luftwaffenbasen in der Nähe zum Iran verstärkt. Dies ist wohl mehr den Drohungen aus dem Iran und den widerlichen Nachrichten-Spielchen der Russen geschuldet.

Seitens russischer Nachrichtendienste und westlicher Medien wurden in den letzten Tagen wiederholt Meldungen aus Russland lanciert, welche eine Verstärkung russischer Präsenz im Mittelmeer, das Auslaufen des russischen Flugzeugträgers Richtung Mittelmeer, sowie einen geplanten Angriff Russlands auf Saudi-Arabien für den Fall einer US-Strafaktion gegen Assad, ankündigten. Hierbei handelt es sich aber um bösartige Panikmache  und Propaganda zur Einschüchterung der westlichen Welt – man erweckt den Anschein einer ernsthaften Bedrohung durcheinen möglichen dritten Weltkrieg. Dem aber ist nun wirklich nicht so  - Russland hat weder die Mittel noch die Möglichkeiten sich den Amerikanern entgegenzustellen. Selbst die angekündigten Flottenverlegungen finden nicht statt. Die angeblich beteiligten Schiffe wurden noch heute in Venezuela bzw. in ihrem Heimathafen in Kamtschatka gesichtet.  Die Admiral Kusnezow ist derzeit nur bedingt einsatzfähig und wartet auf eine zwingende Werftüberholung der elektronischen Systeme – ohne ihre Begleitgruppe, welche derzeit nur zum Teil und bedingt Einsatzfähig  im Schwarzen Meer stationiert ist, also als reine Drohgebärde, könnte der Flugzeugträger nicht auslaufen.  Putin sucht sich offensichtlich in der westlichen Welt durch Einschüchterung wieder zu Respekt und Wichtigkeit zu verhelfen.

Der Westen hat viel zu lange gezögert. Ein glaubhafter und wirklich wirkungsvoller Schlag gegen die Assad-Kräfte hätte unmittelbar nach dem Giftgas-Einsatz erfolgen müssen. Die regimetreuen Armeeverbände und Milizen hatten inzwischen alle Zeit der Welt ihre wichtigste Ausrüstung und Nachschub in Sicherheit zu bringen. Iranische und irakische Milizen wurden in ungefährdete Zonen verlegt, die Milizen des Assad-Bruders zogen sich mit den Hisbollah-Milizen teilweise in den Libanon zurück. Während Armeeverbände massive Artillerie und Luftangriffe auf Stellungen der Opposition ausführen.  Aber auch Assads Umfeld zeigt sich deutlich nervös - die regimetreuen Kriegsgewinnler und Opportunisten fliehen zu zehntausenden in den Libanon oder nach Jordanien.

Mögen die Augen des Horus die richtigen Ziele erfassen und helfen dem syrischen Volk den Weg in die Freiheit zu ebnen.

Frá Ming Bao Li

Komtur des Tempels


 - Zwar hat die menschliche Unvernunft nicht zugenommen. Ruinös angestiegen ist jedoch die Zahl der Unvernünftigen -

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