#1

PCMTH international

Brisbane, Australien

Eine Nation zwischen Korruption und Verweigerung

 Seit Monaten dreht sich ganz Europa um die Sorge einer griechischen Staatsinsolvenz in deren Folge unwägbare Konsequenzen für alle Nationen der Europäischen Union und selbst aller Wirtschaftsnationen der Welt heraufbeschworen werden. Wie schlimm aber steht es wirklich um die Zahlungsfähigkeit Griechenlands?

Frá Richard v. Alvensleben

Komtur des Tempels

Department of the Master-Trappearius


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »Frá Ramon« (26.09.2014, 13:56)
#2

PCMTH international

Brisbane, Australien

Der Orden der Tempelherren hat am heutigen Tage seine Komtureien in Komotini, Thessaloniki und Ioannini geschlossen und alle Tempelritter und den Legaten des Tempels aus Griechenland abgezogen. Die Templerschule von Ioannina wurde geschlossen, die Schüler in ein Templerinternat in Ungarn verlegt. Dies war die einzig logische Konsequenz aus den bewiesenen Beteiligungen höchster griechischer Politiker an Spekulationen auf den Werteverfall griechischer Staatsanleihen.

Frá Richard v. Alvensleben

Komtur des Tempels

Department of the Master-Trappearius


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »- admin -« (16.09.2011, 22:22)
#3

gyges

, Deutschland

Hallo!

Bitte erklärt das mal genauer, wieso das die unumgängliche Konsequenz auf die Korruption der Politiker war ?

Das ist doch nichts neues und wenn ihr die Anwesenheit des Ordens in einem Land von der dort vorhandenen

Korruption abhängig macht, dann dürfte es schwierig werden noch ein Land zu finden, in dem ihr bleiben könnt.

( Übrigens ist Ungarn auch wirtschaftlich nicht gut gestellt ... )

Gruß - gyges

#4

- admin -

Sydney, Australien

Das ist sicher ein Missverständnis. Hier geht es weniger um die dort grassierende Korruption sondern allein darum, dass die führenden Politkasten, welche in Griechenland durch drei Familien gebildet werden, zum einen eine konsequent betriebene  Verzögerungstaktik bei den zwingenden gebotenen Erfordernissen dafür nutzen, sich persönlich von allen Griechenlandanleihen zu trennen und zudem ganze Vermögen auf Werteverfall der Staatsanleihen in CDS investierten um damit Milliardengewinne innerhalb von wenigen Monaten zu realisieren. Dieses Geld wurde selbstverständlich Krisensicher in nichteuropäischen Staaten deponiert. Hier in diesem Land hat man nicht nur die Bevölkerungsstatistik um einige Millionen Bürger erhöht um höhere EU-Zuschüsse zu erschwindeln, man hat auch über Jahrzehnte alles dafür getan, das eigene Land abzuwirtschaften. Zunächst ergaunerte man sich den EU Beitritt durch gefälschte Bilanzen, dann verhinderte man ganz bewusst eine zwingend gebotene Steuerreform und vermied selbst alles, geltende Steuergesetze überhaupt umzusetzen. Hätte man beizeiten die tatsächlich erwirtschafteten Steuern auch konsequent erhoben, brauchte man heute nicht über Hilfs- und Rettungsprogramme diskutieren. Alle Versuche hier entgegenzuwirken wurden konsequent untergraben. Es war doch so einfach EU-Gelder zu bekommen und oben auf für EU finanzierte Projekte ungedeckte Staatsanleihen zu verkaufen.

Tatsächlich ist die wirtschaftliche Situation Griechenlands so schlecht, dass eine Rettung nicht mehr möglich ist. Die jetzt geforderten Sparprogramme sind zwar zwingend geboten – niemand kann mehr ausgeben, als er tatsächlich besitzt –haben aber zwangsläufig erhebliche negative Auswirkungen auf die weitere Entwicklung wirtschaftlicher Erfordernisse. Das Steueraufkommen wird weiter sinken, die Arbeitslosigkeit signifikant ansteigen und das ganze Land auf ein für die konsumverwöhnte Gesellschaft unerträgliches Maß eingeschränkt werden. Die bestehenden Staatsverbindlichkeiten sind somit unerfüllbar und würden über weitere Jahrzehnte Milliardenhilfen für die Zins- und Tilgungsleistungen erfordern, ohne die Situation selbst zu verbessern, geschweige einen Weg aus der Krise zu ermöglichen – bei dem zugesagten Hilfsprogramm, allein zahlbar durch die EU-Mitgliedsstaaten.

Hier aber stehen bereits weitere Länder in nicht mehr zu leugnenden Bankrottsituationen, welche in dem vorliegenden Maß nicht mehr zu verhindern sind. Das erkorene Hilfsmittel der EU ist derzeit das Aufkaufen der Schrottpapiere (so muss man inzwischen sicher geglaubte Staatsanleihen bezeichnen) durch die EZB und ungebremste Geldvermehrung durch die Landesbanken. Das bedeutet man erwirtschaftet keinen Mehrwert, also Kapital, man druckt Geld um weitermachen zu können wie bisher. Zudem werden zunehmend industrielle Überproduktionen, also Exportgüter, durch Kreditausfallversicherungen oder Staatsbürgschaften bezahlt, weil es dafür gar keinen wirtschaftlich sinnvoll erzielbaren Preis mehr gibt oder wirtschaftlich starke Abnehmer, die in der Lage wären die überteuerte EU-Ware zu bezahlen.

 Für die gesamte EU wäre derzeit nur ein wirklich einschneidender Masterplan noch von nutzen, der knallhart und konsequent umgesetzt werden müsste. Dazu gehören die sofortigen Lohn-, Gehalts-, Pensions- und Rentenkürzungen um mindestens 33 % und ein dramatischer Konsumverzicht der auf das neue Niveau eingestellt werden muss, bei gleichzeitiger Neuausrichtung der internationalen Verrechnungswerte. Die Folge wären gleichgeartete Erfordernisse für alle Staaten und Gesellschaften auf diesem Planeten. Ein Verzicht auf geeignete Maßnahmen wird einen weltweiten Verarmungsprozess zur Folge haben, welcher die nachfolgenden Generationen vor dann unlösbare Aufgaben stellen wird. Wir möchten hier nur mal das Szenario aufwerfen, welches sich bei völligem Vermögensverlust der arabischen Staaten durch Ausfall aller Investitionen in Europa abzeichnen wird. Ganz zu schweigen von den Möglichkeiten die in Erwägung zu ziehen wären, wenn China seine Forderungen durchsetzen müsste.

 

Frá Ming Bao Li

Komtur des Tempels


 - Zwar hat die menschliche Unvernunft nicht zugenommen. Ruinös angestiegen ist jedoch die Zahl der Unvernünftigen -

#5

- admin -

Sydney, Australien

Wie ernst die Lage in Europa ist, wird durch nachstehende Pressemitteilung wohl recht deutlich aufgezeigt. Die Politik versucht Feuer mit Benzin zu löschen und propagiert nach wie vor als einziges Mittel das ungebremste Nachdrucken von Falschgeld. Experten haben da ganz andere Vorstellungen und wieder einmal zeigt sich "Wissen ist Macht".:

Goldman Sachs empfiehlt Wetten gegen Europa

Ein vertraulicher Bericht der Investment-Bank liest sich wie ein Schlachtruf gegen Europa. Die Hedge-Fonds Klienten von Goldman sollen gegen die europäischen Banken und gegen den Euro wetten – hier winke aufgrund der schlechten Zahlen ein glänzendes Geschäft.

Das Szenario ist mittlerweile vertraut: Goldman Sachs sitzt immer auf beiden Seiten des Tisches. Wie schon bei der Immobilienkrise in den USA, machen sich die Amerikaner nun ihr umfassendes Wissen zunutze, welches sie aus verschiedenen Beratungsmandaten mit Regierungen und Finanzinstitutionen in Europa gewonnen haben – um ihren eigenen Kunden zu raten, sie mögen gegen die europäischen Banken und den Euro wetten.

Der vertrauliche 54seitige Bericht von Alan Brazil, einem 57jährigen Strategen bei Goldman, der aus der Trading-Abteilung kommt, zeichnet ein verheerendes Bild der Banken in Europa: Brazil schätzt, die Banken werden 1 Billion US-Dollar an zusätzlichem Kapital benötigen, um die Schuldenkrise und die Verstrickungen der Banken ins Geschäft mit faulen Staatsanleihen zu bewältigen. Er schreibt: „Da stehen wir wieder: Ein Schuldenproblem mit noch mehr Schulden zu lösen hat noch nie das zugrundeliegende Problem gelöst.“ In seinem Papier erläutert Brazil im Detail, wie 77 europäischen Finanzinstitutionen in die Krise verstrickt sind, und beschreibt ihre Schulden und die damit zusammenhängenden hohen Risiken.

Das Papier ist im Wesentlichen ein Sales-Pitch: Goldman schlägt verschiedene Produkte vor, wie man effizient gegen europäische Banken und Versicherungen spekulieren könne. Unter anderem schlägt er einen fünfjährigen Credit Default Swap vor, der sich auf die Kredite von europäischen Unternehmen bezieht. 20% der Unternehmen, die auf dem „iTraxx Europe series 9“ genannten Index stehen, sind Banken und Versicherungen mit hohen Kreditausfalls-Risiken.
Darüber hinaus rät der Goldman-Stratege, gegen den Euro zu spekulieren: Dieser werde deutlich geschwächt, wenn es zu weiteren Rettungspaketen komme.

Pikant an dem Papier: Goldman berät auch viele europäischen Regierungen und gibt Tipps, wie die Schuldenkrise gemeistert werden könne. So hatte es Medienberichten zufolge erst vergangene Woche ein Treffen von Goldman und anderen Banken mit dem spanischen Wirtschaftsminister Jose Manuel Campa in London gegeben. Bei dem Treffen hatte Goldman Vorschläge zu weiteren Sparmaßnahmen in Spanien unterbreitet.

Weil aber der Verkauf von Finanzprodukten an Hedge Fonds das weitaus lukrativere Geschäft für Goldman ist, kann man davon ausgehen: Je mehr die Investmentbanker über die Lage in Europa erfahren, desto weniger glauben sie an die Rettung aus dem Schulden-Dilemma. Und je weniger sie daran glauben, desto überzeugter können sie Produkte verkaufen, die aus einem Euro-Crash satte Profite ziehen würden.

Quelle: Deutsche Mittelstands Nachrichten | Veröffentlicht: 04.09.11, 22:40 / mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaberin

Frá Ming Bao Li

Komtur des Tempels


 - Zwar hat die menschliche Unvernunft nicht zugenommen. Ruinös angestiegen ist jedoch die Zahl der Unvernünftigen -

#6

PCMTH international

Brisbane, Australien

#7
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Unbekannt

Gelöscht

Der Beitrag ist wie immer sehr ansprechend und erschüttert einen beim lesen. Am Ende steht, Zitat:


"Die Zukunft wird den Europäern Einschränkungen abfordern und aufzwingen über die sich derzeit kaum ein Mensch wirklich Vorstellungen machen kann und möchte."



In welche Richtung gehen ungefähr diese Einschränkungen? Ich kann nachvollziehen, dass der Durchschnittbürger bei diesem thema am liebsten den Kopf in den Sand steckt. Der einfachste Weg erscheint den meisten oft als der richtige. Aber zurück zum wesentlichen, sind wir trotz Einschränkungen noch zu retten?
#8

- admin -

Sydney, Australien

Zitat von: Jamie
. Aber zurück zum wesentlichen, sind wir trotz Einschränkungen noch zu retten?

Die Frage ist uns nicht wirklich zugänglich?


 - Zwar hat die menschliche Unvernunft nicht zugenommen. Ruinös angestiegen ist jedoch die Zahl der Unvernünftigen -

#9
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Unbekannt

Gelöscht

Ich kann mir noch nichts unter den Einschränkungen vorstellen, was hilfreich für die Zukunft sein könnte.
#10

Frá Konstantin

London, Großbritannien

Um welche Art und Form der Einschränkung es hier für jeden einzelnen geht, wird den Betreffenden schon bald mehr als deutlich bewusst werden. Die bisher durch überwiegend unqualifizierte Maßnahmen der Staaten verdeckten Auswirkungen der Rezession werden zunehmend klar hervortreten und in der Folge Arbeitslosigkeit, Preissteigerungen und auch zunehmende Knappheit bestimmter Waren, geeignet sein jedem klar zu machen das auch ein Leben durchaus zum Wohlstand gereicht, welches auf die wesentlichen Bedürfnisse eingeschränkt wird.


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Wie unglücklich sind doch die Menschen in ihrer Unwissenheit, aber wie tief müssten sie sich selbst verachten, wäre es ihnen möglich, sie zu erkennen.


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »PCMTH international« (03.11.2012, 21:23)
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