#11

Frá Arkesh

Udaipur,Indien

Andreas, das sogenannte Nun verständlicher zu machen füge ich einen Ausschnitt des Wiki ein: 

Nun als kosmisches Element

Im Nutbuch und im Grab von Sethos I. wird das Urwasser näher beschrieben, ein Ort der absoluten Finsternis, wo sich „die Erschöpften“ aufhalten. In den Pyramidensprüchen wird dem Hunger befohlen: „Geh doch zum Nun!“, weil er dort nicht existieren kann, und so vernichtet wird.

„ Die Oberseite des Himmels ist die Keku-semau. Die Außenseite des Himmels befindet sich in Reteh-qabet, welche die Umgrenzung des Himmels ist.  Ihre Grenzen (der Umgrenzung) sind unbekannt.  Die Grenzen sind im Nun festgemacht als „Müde“. Diese sind im Wasser, indem sie erschöpft sind, das heißt, die Orte.  Der Ba erhebt sich dort nicht. Re geht dort nicht auf.  Ohne dass sein Land von Göttern und Verklärten gekannt wird,  das heißt, der Ort, in dem die Finsternis ist.  Es ist überhaupt kein Licht darin.  Jeder Ort breitet nun jeden Schatten aus.  Es ist gänzlich mit Finsternis bedeckt, das heißt, die Wasser.  Höher sind die Länder erhoben als die gesamte Duat.  Die Finsternis dort übertrifft diejenige der Duat.“

– Grundriss des Laufes der Sterne

Die Begriffe „Müde“ und „Erschöpfte“ beziehen sich auf die Himmelsrichtungen im Nun, die dort nicht mehr existieren. Es handelt sich um ein beliebtes altägyptisches Wortspiel, das die Bedeutungslosigkeit der Himmelsrichtungen im Nun erklärt, ähnlich dem modernen Vergleich, dass im Universum Himmelsrichtungen ihre Zugehörigkeit verlieren, wenn dort kein irdischer Standort als Bezugspunkt vorliegt. In der 58. Szene des Pfortenbuches liegt eine ähnliche Schilderung vor, wo vier mal vier „Müde im Nun“ zu sehen sind.

Die Vorstellungen des Nun fanden im Neuen Reich mit der Einführung des Totenbuches allerdings eine theologische Veränderung.

 

Tatsächlich finden wir im Nun das absolute "Nichts". Atum erkannte, dass er sich in einer Art Halbschlaf, Dämmerzustand befand und seine träumerischen Gedanken waberten als "Feuchtigkeit" Wasserstoff um ihn herum, sodass er sich in einer schwimmenden Phase / Zustand befand (der erste Akt zur Entstehung der Materie), innerhalb des Nichts. Sein erster klarer Gedanke (aus seiner Ur-Energieform unbekannter Herkunft - aus sich selbst - ) entfachte das kosmische Feuer Tefnut. Im erkennen der hier ausgelösten katastrophal, dramatischen Entwicklung nutzte er sein Ka um in "liebevoller Umarmung" diesen Prozess unter Kontrolle zu halten und die sich abzeichnende sofortige Selbstzerstörung des Ablaufs zu kontrollieren. Der endlose Prozess der Entwicklung der Elemente war geboren. Der 1. Tag der Schöpfung und die Geburt der 1. Familie der Enneade. Die Entwicklung ging jedoch sofort weiter. Atum brachte das Chaos des ersten Tages unter Kontrolle und fing an die kosmischen Gesetze (Ma´at) zu bestimmen und zu organisieren. Hier ist nun der Schritt der Entstehung von Himmel und Erde der wirklich bedeutende für die Menschen (Ägypter). Geb und Nut wurden (erschaffen) geboren, die zweite Familie der Schöpfung, als Himmel und Erde getrennt und den Gesetzen der Ma´at unterworfen. Das Universum war rein und frei von Sünde, es unterwarf sich den Gesetzen der Ma´at und alles war gut. Aber mit der Entstehung der Erde war die Evolution geboren. Der 3. Tag der Schöpfung begann und das Leben auf der Erde unterwarf sich den Gesetzen der Ma´at und alles war gut. Kein Lebewesen erhob sich über das Nächste und kein Baum trachtete danach sich über alles zu erheben - aber genau nur so lange bis die Menschen am Horizont der Evolution auftauchten.

 


Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal bearbeitet, zuletzt von »Frá Arkesh« (06.07.2021, 21:25)
#12

Jamie

Biel,Schweiz

...und sich in ihrer grenzenlosen Dummheit auch noch als höheres betrachteten. 😃

#13

Jamie

Biel,Schweiz

#14

Jamie

Biel,Schweiz

Steht aber, Zitat:

 

"Atum erschuf seinen Sohn, den Luftgott Schu, indem er ausspuckte und seine Tochter, die Göttin der Feuchtigkeit Tefnut, indem er sich übergab."

 

Warum wurde dort Tefnut als Göttin der Feuchtigkeit bezeichnet?

#15

Dennis

Biere,Deutschland

Was sagt dir denn der Artikel im Gesamten Jamie? Wie wird sich dort ausgedrückt? Welcher Zeit ist er zuzuordnen? Und so weiter...
Denkst du das ATUM irgendetwas "ausspuckte"? 😉

#16

Frá Valérie

Brisbane,Australien

Welches ist das Ergebnis dieser Schöpfungsgeschichte? Und in welcher Zeit wurde diese in den Mittelpunkt der Götterverehrung gestellt?

 

#17

Jamie

Biel,Schweiz

Ich weiss schon, dass diese Version gegenüber anderen ägyptischen Schriften nicht so alt ist. Aber Tefnut bedeutet entweder Feuer oder nicht-der Begriff/die Interpretation muss derselbe/dieselbe geblieben sein. Es besteht noch die Möglichkeit, dass der Tempel aufgrund gängiger Fehlinterpretation in der Ägyptologie die Bezeichung Feuchtigkeit Verständnishalber gewählt haben.

#18

Frá Valérie

Brisbane,Australien

Es geht um die richtige Übersetzung! Und die ist nicht so einfach wie z.B. Deutsch zu English. Altägyptisch hat im Neuen Reich niemand mehr gesprochen - es war die Sprache der Priester von Heliopolis, die im Neuen Reich bereits Vergangenheit waren. Götterwelten und Götterdeutungen waren Einflüssen unterworfen, die sowohl von außen als auch von inneren Strömungen zu Veränderungen führten, die zunehmend mehr vom Ursprung abwichen. Aber tatsächlich ist die Deutung Feuchtigkeit oder Feuer ein Übersetzungsfehler der Ägyptologen der Aufklärung. 

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