#1

Elenios

Ludwigsburg,Deutschland

Was ist der innere Beweggrund ?

Welche Beweggründe haben Menschen denen Religion egal ist, sich darauf zu versteifen dass es keinen Gott gibt, und dass das Leben ein zufälliges Konstrukt der Natur ist ?

Meine Erklärung hierzu ist, dass es sich um einen Fetisch handelt. Der nihilistische Standpunkt bewirkt in einem Menschen eine ganz bestimmte Laune, die er immer wieder befriedigen möchte. HIerbei spielen Hormone eine wichtige Rolle. Die inhaltlichen Standpunkte werden als Mittel zum Zweck verfügt, um etwas darzustellen das nicht unbedingt einer sachlichen Überzeugung - sondern einer tiefenpsychologischen Befriedigung entspringt.

Die Leugnung der Existenz eines Gottes, und die totale Auslöschung eines Menschen nach seinem Tode verschafft den Jüngern des fundamentalistischen Atheismus eine Art Glaube der sich sehr nüchtern differenzieren lässt. In der eigenen Wahrnehmung der Beteiligten lässt dieser Glaube ein Gefühl der Reinheit, der Höherentwicklung und der Erhabenhei gedeihen. Obgleich niemand ein geistiges Wesen per aktueller wissenschaftlicher Methodik nachweisen kann, wird diese Implizierung für das "Nicht-Vorhandensein" Gottes pauschal vorausgesetzt.

Der Fetisch des fundamentalistischen Atheismus besteht also darin, das nicht Sichtbare infam gegen das Sichtbare auszuspielen, es auszumerzen und als nicht vorhanden zu deklarieren, indem die innere Empfindung dadurch einen vermeintlichen Entwicklungsschub zu erkennen vermag. Die furchtlose und scheinbar sichere Haltung mach dabei den Fetisch aus. Durch das sich immer wieder zu erwähnende Postulat der Vergänglichkeit erfährt der Atheist eine Art Bestätigung für seine unerschrockene und rebellische Natur... Er fühlt sich auf einen Stand der Andersartigkeit erhoben, und die Andersartigkeit bezieht sich auf die Daseinsform.

Ein fundierter Atheismus könnte nur auf dem Boden tatsächlicher Forschung nach einem höheren Wesen wachsen, und da es ist diesen Vorgang nicht gibt und aufgrund fehlender Instrumente nicht geben kann, beruht der zeitgenössische Atheismus auf Annahmen die jeglicher Wissenschaftlichkeit entbehren. Insofern hebt sich der Schleier und entblößt die wahren Beweggründe der fanatischen Prediger eines Absolutistischen Atheismus.

#2

Frá Victoria

Winnipeg,Kanada

Wir sehen den Atheismus als Weiterentwicklung der humanistischen Abartigkeiten. Glaubensverweigerung ist jedoch ein Zug in einem Spiel, dessen Regeln allein Gläubige vorgeben. Die Existenz Gottes zu bestreiten setzt voraus, dass man die Denkkategorien des Monotheismus akzeptiert. Kommen diese Kategorien jedoch außer Gebrauch wird Glaubensverweigerung uninteressant und verliert rasch jede Bedeutung. Atheisten wünschen sich eine säkularisierte Welt, doch ist eine solche durch die Abwesenheit des abrahamitischen Gottes definierte Welt nach wie vor eine abrahamitische. Der westliche Atheismus könnte jedoch nur in der Wiederbelebung des Christentums eine Zukunft haben - tatsächlich aber verlieren Christentum und Atheismus gemeinsam an Boden. Der Atheismus ist eine späte Blüte der christlichen Leidenschaft für die Wahrheit. Kein Heide ist bereit, die Freude am Leben nur um der Wahrheit willen zu opfern. Er schätzt die kunstvolle Illusion, nicht die ungeschminkte Realität. Die alten Griechen suchten in der Philosophie Zufriedenheit und auch Erlösung, nicht aber in der Wahrheit. Der verkommene Wahrheitskult der Moderne ist eine christliche Erfindung. Kein einziger der unzähligen Mysterienkulte der Frühzeit erhob wie die Abrahamiten den Anspruch, dass alle anderen Bekenntnisse Irrtümer seien. Deshalb hätte auch niemals ein Anhänger dieser Kulte jemals zum Atheisten werden können. Als die Abrahamiten darauf bestanden, dass sie als einzige im Besitz der Wahrheit seien, war dies ein Verdammungsurteil über die Vielfalt der heidnischen Welt.

In einer Welt mit vielen Göttern kann Nichtglaube nie allumfassend sein. Er kann nur in der Ablehnung der einen und im Akzeptieren anderer Götter bestehen oder aber, wie z.B. bei Epikur, in der Überzeugung, dass die Götter für die Menschen bedeutungslos sind, weil sie sich nicht um die Menschenwelt kümmern. Der Anspruch der Abrahamiten, dass es nur einen wahren Glauben gäbe, wies der Wahrheit eine herausgehobene Stellung zu. Er eröffnete damit auch erstmals die Möglichkeit, nicht an das Göttliche zu glauben. Diese Vergötzung der Wahrheit ist eine Spätfolge des Abrahamitismus, die ihren umfassendsten Ausdruck im Atheismus findet. Atheismus, als eine Form des Humanismus, ist keine Wissenschaft, es ist eine Religion, ein postabrahamitischer Glaube der säkularen Moderne, auf dem sozialistischen Boden des Christentums.

#3

Gabriele Marina

Schorndorf,Deutschland

Ich bin in meinem Inneren Atheist und ich kann nichts schlechtes daran finden. Jeder Mensch auf unserer Erde darf an seinen Gott oder auch mehrere glauben. Ich möchte keinen Glauben für richtig oder falsch interpretieren. Mensch sein heisst für mich, alle anderen Menschen zu akzeptieren, egal welchen Glauben sie besitzen. Wer weiss schon, was am Ende richtig oder falsch ist. Jede Religion bzw. Weltanschauung hat unserer Menschheit viele gute, aber auch weniger gute Dinge hinterlassen. Wir sollten lernen daraus und in unseren Gedanken frei werden.

#4

Dennis

Biere,Deutschland

Hallo Gabriele

Erstmal kann jeder glauben was er will. Wissen jedoch ist etwas anderes. Also sollten die, die nur glauben, keinen Anspruch auf ihren Glauben als Wahrheit erheben. So auch der Atheismus.

Akzeptanz drückt ein zustimmendes Werturteil aus und sollte nicht einfach vergeben werden, schon gar nicht Allen. Was ist mit denen die morden? Oder rauben? Vergewaltigen oder unterdrücken? Es ist unmöglich jeden Menschen zu akzeptieren. Erst recht nicht Menschen, die durch Unwissenheit Menschen fehlleiten, teilweise sogar bewusst. Aber der Mensch ist ja selber schuld. Er glaubt eben nur und das reicht ihm aus, um etwas zu wissen.

Warum eigentlich die Angst, Gabriele, sich zu entscheiden was richtig oder falsch ist? Da du die Seiten hier gelesen hast (nehme ich mal an, wenn nicht dann solltest du das tun) kannst du davon ausgehen, dass aller Glauben der Welt Nichtwissen ist. Und dass dieser gefährlich ist (wie man ja sieht)! Menschen töten Menschen aus den banalsten Gründen, weil sie eine Frau sind, weil sie Homosexuell sind, weil sie an das falsche glauben, oder einfach nur weil sie Lust darauf haben. Sie zerstören auch ihren Lebensraum für falsche Träume. Weil sie an nichts glauben. Weil sie wie eine Schafherde den Leitwolf folgen, der als Hirte getarnt die Herde in den Tod führt.

Nun stell dir einfach mal vor es ist nicht so, wie du denkst.

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