#1

- admin -

Köln, Deutschland

Dekradiert die Aufklärung und die Moderne den Menschen zurück zum "Etwas" und nimmt ihm das "Jemand?"

Wiederholt werden Fragen zur Ethik an den Tempel herangetragen. Vielfach liegt das Interesse der Fragenden wohl darin begründet die Männer und Frauen des Tempels in irgendeine vertraute Schublade moderner Überzeugungen einordnen zu wollen. Solche hintergründigen Anfragen sind jedoch von Anbeginn des Gedankens selbst zum Scheitern verurteilt. Wer den Tempel in Fragen der Ethik versuchen oder herausfordern möchte, der sollte sich selbst auf eine tragfähige Ethik für die moderne Gesellschaft der Menschheit und nicht allein für eine Gruppierung von Menschen berufen können. Für das menschliche Zusammenleben in Europa wurde das ethisch Gute jahrhundertelang über die Kulturtradition der christlichen Religionen gesucht, definiert und als Basis für ethisches Handeln gefunden. Die Aufklärung und der Humanismus suchten diese Tradition dadurch zu bereichern, dass der Mensch sich selbst als autonomes Subjekt zu enddecken glaubte. Neuere wissenschaftliche Arbeiten der Psychologie versuchen dieses gerade durch frag- und merkwürdigste Theorien wieder in Frage zu stellen. Dabei geriet zunehmend der religiöse Herkunftshintergrund der Ethik in den Hintergrund und verlor seine gesellschaftsprägende Kraft in den Wirren einer Suche nach einem weltanschaulich neutralen Sinnhorizont. Die Suche nach dem ethisch Guten der eigenen Herkunft wurde in die Suche nach dem ethisch Besten der Zukunft umgewandelt. Im Ergebnis zeigt sich eine Unübersichtlichkeit in ethischen Fragestellungen. Aufgrund dieser Unübersichtlichkeit sehen wir in ethischen Theorien der Jetztzeit vor allem ökonomische Nützlichkeitserwägungen im Vordergrund aller möglichen Erwägungen. Die Neuzeitlich entworfene Idee des Fortschrittsglaubens und die Idee des Pluralismus erweisen sich als nicht hinreichend „gemeinschaftsstiftend“ und der Ruf nach „Werten“ wird immer häufiger in der Öffentlichkeit laut. Aber alle Versuche menschheitsübergreifende Werte zu formulieren blieben bisher auf bestenfalls vorläufig oder beschränkt zu bezeichnende Wege  beschränkt.

Der Tempel vertritt die Ansicht, dass allein eine Wiederbesinnung auf religiöse Vorstellungen ethischer Werte den vorhandenen Mangel in der neuzeitlichen Wertediskussion beseitigen kann. Der Urgedanke von Wahrheit und Wirklichkeit, wie er in der ATUM-Lehre zu finden ist, ist durchaus geeignet die bisher vergebliche Suche nach einer neuen „Weltordnung“ erneut zum Ziel des harmonischen Miteinander und Füreinander zu führen. Vernunft, Verstand und Urteilskraft, gewonnen aus den Lehren der Wahrheit, ordnen das Verhältnis von Arbeit und Leben und schaffen die gedankliche Begründung jeden Menschen mit Würde und Ehre gleich zu behandeln. Solche Ethik redet dann nicht mehr von Werten, sondern von bleibenden Tugenden, welche nicht mehr verhandelbar sind, da ethisches Denken und Handeln hier vor allem die am gemeinsamen Wohl  auszurichtende Willensbildung der Menschen bedenken. So erweisen sich diese Tugenden für das gemeinschaftliche Leben als unabdingbare, grundlegende Voraussetzungen. Gelingende Führung einer solchen Gemeinschaft, in der Tugendhaltung vollzogen, eröffnet damit zugleich ein ethisches Rahmengefüge, das in einen gelingenden Umgang mit dem Phänomen der Macht, des Vertrauens, des Gewissens und der Verantwortung einweist. Die gemeinschaftszerstörenden Unsicherheiten des üblichen, grassierenden Fortschritts- und Wachstumsutopismus kann die neue Gemeinschaft, die das Maß des alltäglichen Lebens und Handelns aus den Tugenden bestimmt, durch die Geborgenheit eines Jeden innerhalb der Gemeinschaft als Ausdruck des normalen Lebens, endgültig aufgeben.

-          Alle Menschen wollen in Frieden leben

-          Alle Menschen wollen ein gutes Leben führen

-          Alle Menschen wollen ein Leben in Gerechtigkeit führen

-          Alle Menschen wollen ein schönes, erfülltes  Leben haben

-          Alle Menschen wollen Liebe erleben

 

Damit haben wir in wenigen Worten das den Menschen Gemeinsame erfasst in  welchem sie in ihrer Suche nach dem Lebenssinn gleich sind. Warum aber stehen sie sich in ihren Handlungen doch so fremd und zumeist unversöhnlich gegenüber? Ist die Menschheit in ihrer bisherigen Entwicklungsstufe noch nicht reif für die Erkenntnis der Wahrheit?

Frá Sumedha Gupta

Ritter des Tempels

 


 - Zwar hat die menschliche Unvernunft nicht zugenommen. Ruinös angestiegen ist jedoch die Zahl der Unvernünftigen -


Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal bearbeitet, zuletzt von »- admin -« (30.07.2013, 11:22)
#2

Schmuu

Neusäß, Deutschland

Und genau das ist der Kern der Frage. Sind wir schon so weit ? Ich denke wir müssen viel Geduld aufbringen und der Entwicklung ihre Chance lassen. Die Zeit arbeitet in unserem Ansinnen. Wir müssen uns immer wieder bewusst werden. Wir sind einem langen Konflikt ausgesetzt. Wir haben die Erkenntniss erlangt(Vertreibung Paradies). Aber unsere Urtriebe sind uns geblieben. Und diesen Kampf gilt es zu bestreiten. Im Grunde ist es ein Kampf, den jeder für sich sich selbst ausmachen muss. Der Templer  kann aber Gewogene unterstützen.

 

Sind meine Gedankengänge und müssen nicht zutreffen.

Schmuu

#3

- admin -

Köln, Deutschland

Deine Gedankengänge sind gar nicht so abwegig, sollten nur zu Ende gedacht werden. Die jetzige Weltlage und die sich abzeichnenden Machtkämpfe um die letzten Ressourcen sind nicht wirklich geeignet von einer positiven Entwicklung oder auch nur der Möglichkeit zu einer solchen zu reden.

Was hat der Mensch tatsächlich positives in seiner Entwicklung der letzten 200.00 Jahre aufzuweisen? Was insbesondere in den letzten 200 Jahren?  Das ausreizen technischer Möglichkeiten, zu welchen man die Grundlagen bereits in den zweitausend Jahren zuvor gelegt hat, erweist sich als Bumerang mit noch nicht absehbarem Rückschlageffekt. Was hat man tatsächlich an Fortschritt erreicht? Unbegrenzt erscheinende Möglichkeiten zum Spielen? Zum mehr oder weniger sinnfreien verschwenden kostbarer Lebenszeit, bei absoluter Vernichtung der eigenen Lebensgrundlagen? Was bleibt für die Zukunft, ganz zu schweigen von den positiven Möglichkeiten für die Zukunft der eigenen Spezies? Was hinterlässt der Mensch der Jetztzeit seinen Nachkommen? Was bleibt von dem jetzt beschworenen Fortschritt für die Zukunft? Die Ägypter schrieben, außer auf Papyrus,  auf Stein oder Elektron – im logischen Bewusstsein der Vergänglichkeit aller Dinge – und konnten uns so die wesentlichen Erkenntnisse aus mehreren tausend Jahren Menschheitsentwicklung übermitteln – der Mensch der Jetztzeit schreibt digital und speichert auf Medien, welche in weniger als 20 Jahren unlesbar zerstört sind – Medien deren Funktion abhängig ist von Technik, welche wir in wenigen Sekunden weltweit auszuschalten vermögen. Die allermeisten Menschen folgen in ihrem gesamten Handeln und Wirken keinerlei moralischen Regungen und noch weniger dem was in ihrem eigenen Interesse läge, sondern allein den Erfordernissen des Augenblicks. Sie scheinen regelrecht dazu verurteilt, das Gleichgewicht des Lebens auf der Erde zu zerstören – und damit auch den eigenen Niedergang herbeizuführen. Sollte man in solch eine destruktive Spezies irgendeine zukunftsorientierte Hoffnung setzen, ihr diesen Planeten langfristig anvertrauen? Die kosmische Ordnung träumt von einer Zeit, in der es auf den Menschen nicht mehr ankommen wird und ist dabei wirklich guter Hoffnung. Menschen sind wie andere Tiere, die sich zu einer Plage auswachsen können. Sie können die Erde nicht wirklich zerstören, aber sehr wohl das gesamte Ökosystem, welches sie trägt und so die Evolution zugrunde richten. Lovelock formulierte den Ausgang dieses Jahrhunderts so: Die Menschenplage wird dadurch kuriert, dass die Zahl der Menschen drastisch zurückgeht – über das „Wie“ sollte man besser nicht reflektieren.

Frá Danhui Li

Ritter des Tempels


 - Zwar hat die menschliche Unvernunft nicht zugenommen. Ruinös angestiegen ist jedoch die Zahl der Unvernünftigen -


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »- admin -« (06.12.2013, 16:56)
#4

Schmuu

Neusäß, Deutschland

Ich habe Deine Antwort nur kurz überflogen. Und schon muss ich sagen, ich werde mich in eurem Schoße wiegen. Deine Antwort ist jedoch zu komplex, um sofort näher darauf einzugehen.

 

Hochachtungsvoll

Schmuu

 

#5

Schmuu

Neusäß, Deutschland

Ich habe eins zu eins die gleiche Meinung. Wir haben uns aus dieser Evulotion zur momentanen Spitze aller Wesen entwickelt. Gewollt oder nicht. Das kann ich hier nicht beantworten. Aber wir haben eine Stufe erreicht, die nicht mehr instinktiv reagieren muss. Man hat uns Erkenntiss und Intelligenz gegeben. Damit ist uns ein unbeschwertes Leben genommen. Ich denke, es ist kein Zufall, dass wir als Handelnde ausgesucht wurden. Nur sollten wir uns dieser Verantwortung auch bewusst werden. Sehen wir es als Aufgabe und nicht als Strafe.

hv.

Schmuu

 

 

#6

Schmuu

Neusäß, Deutschland

Zitat von: - admin -

Deine Gedankengänge sind gar nicht so abwegig, sollten nur zu Ende gedacht werden. Die jetzige Weltlage und die sich abzeichnenden Machtkämpfe um die letzten Ressourcen sind nicht wirklich geeignet von einer positiven Entwicklung oder auch nur der Möglichkeit zu einer solchen zu reden.

Was hat der Mensch tatsächlich positives in seiner Entwicklung der letzten 200.00 Jahre aufzuweisen? Was insbesondere in den letzten 200 Jahren?  Das ausreizen technischer Möglichkeiten, zu welchen man die Grundlagen bereits in den zweitausend Jahren zuvor gelegt hat, erweist sich als Bumerang mit noch nicht absehbarem Rückschlageffekt. Was hat man tatsächlich an Fortschritt erreicht? Unbegrenzt erscheinende Möglichkeiten zum Spielen? Zum mehr oder weniger sinnfreien verschwenden kostbarer Lebenszeit, bei absoluter Vernichtung der eigenen Lebensgrundlagen? Was bleibt für die Zukunft, ganz zu schweigen von den positiven Möglichkeiten für die Zukunft der eigenen Spezies? Was hinterlässt der Mensch der Jetztzeit seinen Nachkommen? Was bleibt von dem jetzt beschworenen Fortschritt für die Zukunft? Die Ägypter schrieben, außer auf Papyrus,  auf Stein oder Elektron – im logischen Bewusstsein der Vergänglichkeit aller Dinge – und konnten uns so die wesentlichen Erkenntnisse aus mehreren tausend Jahren Menschheitsentwicklung übermitteln – der Mensch der Jetztzeit schreibt digital und speichert auf Medien, welche in weniger als 20 Jahren unlesbar zerstört sind – Medien deren Funktion abhängig ist von Technik, welche wir in wenigen Sekunden weltweit auszuschalten vermögen. Die allermeisten Menschen folgen in ihrem gesamten Handeln und Wirken keinerlei moralischen Regungen und noch weniger dem was in ihrem eigenen Interesse läge, sondern allein den Erfordernissen des Augenblicks. Sie scheinen regelrecht dazu verurteilt, das Gleichgewicht des Lebens auf der Erde zu zerstören – und damit auch den eigenen Niedergang herbeizuführen. Sollte man in solch eine destruktive Spezies irgendeine zukunftsorientierte Hoffnung setzen, ihr diesen Planeten langfristig anvertrauen? Die kosmische Ordnung träumt von einer Zeit, in der es auf den Menschen nicht mehr ankommen wird und ist dabei wirklich guter Hoffnung. Menschen sind wie andere Tiere, die sich zu einer Plage auswachsen können. Sie können die Erde nicht wirklich zerstören, aber sehr wohl das gesamte Ökosystem, welches sie trägt und so die Evolution zugrunde richten. Lovelock formulierte den Ausgang dieses Jahrhunderts so: Die Menschenplage wird dadurch kuriert, dass die Zahl der Menschen drastisch zurückgeht – über das „Wie“ sollte man besser nicht reflektieren.

Frá Danhui Li

Ritter des Tempels

Vielleicht wird es ein Virus sein, eine Umweltkatastrophe, ein kosmisches Ereignis. Darüber können wir spekulieren. Nach Lovelock haben wir keinen Einfluss darauf. Auch wenn es so sein wird. Ich möchte mir aber nicht den Vorwuerf machen. Nicht im Guten gehandelt zu haben.

 

#7

- admin -

Köln, Deutschland

Wir sind nicht davon überzeugt, dass allein der Wille einzelner nur im vermeintlich Guten zu handeln ausreichen wird. Sicher sollten die vielen apokalyptischen Endzeitfilme und Warnungen anerkannter Wissenschaftler durchaus eine gewisse Aufmerksamkeit bei den Menschen erzeugt haben, aber hat es irgendetwas bewegt, was auch nur ansatzweise als Beginn eines Umdenkens erfasst werden könnte? Wir erkennen einen zunehmenden ruinösen Umgang mit dem Lebensraum allen Lebens auf diesem Planeten und eine ungebremste Vermehrung des Sapiens-Tieres. So ist es an der Zeit sich den Realitäten zu stellen und dem unvermeidlichen Übel ins Auge zu blicken. In 30 Jahren wird es etwa 10 Milliarden Menschen geben, die landwirtschaftlichen Flächen zur Nahrungsproduktion werden um 48 % durch menschliche Eingriffe und unabwendbare Klimaereignisse verwüstet sein. Klimatisch verträgliche Lebensräume werden dramatisch abgenommen haben und die Trinkwasser Reserven unter günstigsten Voraussetzungen für kaum ein Drittel der Bevölkerung ausreichend sein. Die Frage könnte eigentlich nur noch lauten: Wird der Mensch verhungern und verdursten oder wird er sich im Kampf um das Überleben selbst vernichten und die bescheidenen Reste ehemals großer Nationen werden reumütig auf die Bäume zurückriechen, von denen sie vor gar nicht allzu langer Zeit scheu und neugierig frech herunterkletterten.

Frá Danhui Li

Ritter des Tempels

 


 - Zwar hat die menschliche Unvernunft nicht zugenommen. Ruinös angestiegen ist jedoch die Zahl der Unvernünftigen -

#8

Schmuu

Neusäß, Deutschland

Das würde sozusagen bedeuten, wir sind der kommenden Entwicklung einflusslos ausgeliefert. Können wir deshalb nicht entgegenwirken, weil die Masse die eindeutigen Vorzeichen nicht wahrnimmt ?

Soll  der Untergang unserer Spezies unausweichlich sein ? Sind es nur wir, die verschwinden?  Wird der Rest unserer Umwelt bestehen bleiben? Würde ein anderes Bewusstsein der Menschen das Kommende verändern? Oder werden sich ein paar Wenige unserer Art,  durch die Apokalypse zu  bessern Geschöpfen entwickeln ? Das sind viele Frage und ich bitte um Verständniss. Sollte es eine unausweichliche Vorbestimmung geben, müsste ich meine Gedankengänge neu ordnen.

H.v Schmuu

 

#9

PCMTH international

Brisbane, Australien

Es sind sehr verständliche und der Zeit durchaus angemessene Fragen die hier aufgeworfen wurden. Selbst der moderne Mensch ist noch immer in der speziesübergreifenden Macht der Mythen gefangen. Noch immer sind die Nachwirkungen solcher Mythen mit ihren grundlegenden, folgenträchtigen Geschichten, von Gott oder Göttern in der Urzeit, im Lebensbild der Menschen verankert. Zwar ist der im Mythos verankerte Ursprung von Kosmos, Menschheit und Geschichte durchaus realitätsnah und auch falsifizierbar, aber der noch immer darin begründete Zustand der Welt und der Menschheit in der Jetztzeit sollte in logisch begründeter Wissenschaft aufgegeben und den Realitäten angepasst werden.

Der Mensch hat in seinem selbst entworfenen Idealbild seiner Gesellschaftsvorstellung seine eigene Welt erschaffen – nicht unbedingt im Glauben göttlicher Eigenmacht, sondern vielmehr in dem durchaus bestehenden Bedürfnis in einer organisierten Welt nach dem Vorbild des Kosmos zu leben. Er kosmisiert den Planeten nach dem ihm im überlieferten kosmogonischen Mythos erkennbaren Musterbeispiel und wird dank diesem selbst zum Schöpfer, dabei die Welt erobernd, organisierend, verwandelnd in bewohnbaren, Kultur tragenden Raum zum Leben. Schöpfungsmythen zeigen sich hier als kostbares Glaubensgut kultivierter Menschen. Statt sich im Humanismus und Säkularismus zu vergehen sollte der Mensch versuchen die Schwierigkeiten der Mythendeutung zu überwinden und die inspirierten Methoden des kultischen Vollzuges zu erkennen. Im Dunkel mancher Überlieferung verborgen liegen Geheimnisse, welche durchaus geeignet erscheinen unser Verstehen des „Kosmischen“ zu erhellen. In seinem anmaßenden Verlassen des Selbstseins, nutzte der Mensch seine Fähigkeiten erfinderisch zu sein und ersann  eine Form der Vergesellschaftung, welche seiner Art überhaupt nicht zuträglich war.

In dieser Gesellschaft gelangweilt,  verfiel er dem Streben nach Besitz und schaffte so die ersten Abgrenzungen vom „Nächsten“, welche sich zunehmend in Konkurrenz, Macht und Hierarchien, Verfeindungen , wechselseitigem Misstrauen und das schändliche Spiel der Maskerade und Täuschung im gesellschaftlichen Umgang festigten. Die anderen Menschen, die gesamte Natur, werden dem Einzelnen zu bloßen Mitteln der eigenen Selbstbehauptung. Der moderne Mensch ist das entartete Tier, welches in seinen Urtrieben gefangen und den in „Erkenntnis“ gewonnen neuen Freiheiten, seine Unvollkommenheiten nicht zu erkennen vermag. Er wollte sein Leben in etwas Perfektes verwandeln und schaffte ein Werk welches mitnichten vollkommen zu heißen ist. Inzwischen ist er in Dekadenz gefangen, unfähig zu erkennen, dass Alles gut ist was aus den Händen des Urhebers der Dinge kommt und allein unter den Händen des Menschen zu entarten droht. Der Mensch muss lernen sich den Gesetzen des Kosmos zu stellen, welche auf Erden, im Abauf des Lebens und der Evolution gleichen Regeln unterliegen. Der Mensch muss in sich selbst zurückkehren – der Ruf, „zurück zur Natur“, reicht bei Weitem nicht mehr Dinge aufzuhalten welche durch das Versagen der menschlichen Gesellschaften, durch das Handeln ganzer Völker und selbst des Einzelnen in Gang gesetzt wurden. Der Mensch hat seine Chance zu sein wie Gott verspielt – er brauchte doch nur sich selbst genug zu sein. Einen neuen Staat zu schaffen, einen neuen Menschen, ist es inzwischen zu spät und im Hinblick auf den derzeit latent vorhandenen weltweiten Kriegszustand auch rein illusorisch. Wer vorgibt, Jeden, ja die ganze Menschheit  lieben zu können ist ein Lügner,  wer sich anmaßt den ganzen Erdkreis durch ideologische Unterjochung  einen zu wollen ist ein Betrüger.

Eine Abkehr vom derzeitigen Streben nach immer Mehr und dem tapferen aber dummen politischen „Kopf hoch!“ oder „Es wird schon wieder!“, ist inzwischen zur überlebenswichtigen Strategie geworden. Optimismus hat die Menschen zwar immer wieder voran gebracht, hat aber auch eine keineswegs unbedeutende Schadensbilanz. Das diese kaum jemals zur Kenntnis genommen wird, hat ihre Ursache darin, dass die Menschen sie nicht zur Kenntnis nehmen wollen. Das Hochgefühl des Optimismus ist aber inzwischen zur lebensbedrohlichen Falle geworden. Optimismus hat die Erde zu dem werden lassen, was sie heute ist: in den Augen der Optimisten glanzvoll und in den Augen der Realisten elend und über alle Maße überfordert. Der Mensch hat ihr im Laufe seiner Entwicklungsgeschichte schier Unmögliches abgerungen und sie dabei an den Rand ihrer Möglichkeiten ausgebeutet und zerstört. Jetzt muss ein Gleichgewicht hergestellt werden zwischen der Anzahl der Menschen und deren materiellen Ansprüchen und den Kapazitäten der Erde. Berechnungsgrundlage kann nicht mehr allein Wohlstand und Wachstum der Lebenden  sein – es ist ein zukunftsorientiertes Überlebensprinzip zu entwickeln dessen Aktivitätsbarometer allein den ausschließlich evolutionsnützlichen Effekt menschlichen Handelns berücksichtigen darf. Es muss ein sofortiger Paradigmenwechsel vollzogen werden, der Mensch muss wieder lernen mit sich selbst etwas anfangen zu können und seine spirituell-kulturellen Dimensionen revitalisieren. Er ist nicht das Maß aller Dinge. Er hat keine Zeit weiter mit seinen Unzulänglichkeiten zu Experimentieren – was sollte in der Welt, die aus der ungezügelten Expansion des Menschen hervorgeht noch gedeihen können? Der Mensch ist nur eine unter vielen Spezies die diesen Planeten belebt haben und er verdient sicher keinerlei Artenschutz – er wird eher früher als später aussterben und die Erde wird sich erholen wenn er verschwunden ist.

Wenn die letzten Spuren des Tieres Mensch verwischt sind, werden viele Spezies, die er heute auszulöschen droht, noch immer da sein, neben vielen anderen, die sich erst noch entwickeln werden. Die Erde wird die Menschheit vergessen – das Spiel des Lebens wird weitergehen und die unsägliche Epoche des Sapiensschmarotzers deutliche Zeichen in die Erinnerungsspeicher der Evolution geschrieben haben.  Dies ist der vorhersehbare Weg des Sapiens, der sich aus seinem unsäglichen, weltweiten Handeln genauso perfekt berechnen lässt, wie die Flugbahn eines Planeten. Der Mensch hätte aus seiner eigenen Geschichte lernen sollen – schon viele Kulturen waren dem Untergang geweiht als diese ihre Ressourcen überforderten -  alle diese Gesellschaften waren genauso raffgierig wie ihre Artgenossen der Moderne. Allein die Möglichkeiten der Landwirtschaft ermöglichten es der Spezies immer wieder zu überleben und erneut Überbevölkerung zu produzieren. Jedoch ist auch hier der point of no return erreicht.    

Nichts ist festgeschrieben – es gibt keine Vorherbestimmung seitens des Ursprungs aller Schöpfung – das Schicksal des Sapienstieres wurde von ihm selbst festgeschrieben. Menschen, die sich für eine bessere Welt engagieren, tun dies überwiegend allein im Sinne einer überzogenen Anthropozentrik und rebellieren eigentlich nicht in Wirklichkeit gegen die Ordnung der Dinge. Sie suchen Trost angesichts der Wahrheit, die sie nicht ertragen können. Sie glauben, die Welt könne durch menschliche Willenskraft verwandelt werden und leugnen im Grunde genommen die eigene Sterblichkeit.

Sicher werden an einigen Plätzen dieser Erde einige wenige Menschen auch die nächste selbstprovozierte  Katastrophe überleben.  –  Diese werden sicher keine besseren Menschen sein oder werden. Aber sie werden die letzten ihre Gattung sein und niemals in die Situation geraten, irgendwie eine  besondere Rolle für die Zukunft der Evolution zu spielen. Aber genügt es wirklich nicht einfach nur Mensch zu sein und Geschöpf unter Geschöpfen, in einer Gesellschaft eines millionenfach bewährten, funktionierenden Kreislaufs der Evolution? 

Wir wünschen allen unseren Usern einen angenehmen Jahreswechsel und ein neues Jahr welches ihren Vorstellungen und Ansprüchen genügen möge.

Frá John Kidman

Seneschall des Tempels


Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal bearbeitet, zuletzt von »- admin -« (13.01.2014, 19:16)
#10

Schmuu

Neusäß, Deutschland

Danke für  diese umfassende Antwort. Ich muss gestehen, sie hat meine Denkweise wieder bestätigt. Aber nicht nur das. Mir wurden neue Ansätze dargelegt , die mir einen neuen Horizont eröffnen.

Wann ist das Ereignis eingetreten? Als der Mensch dem Irrglauben verfallen ist, sich als Herrscher seiner gesamten Umwelt zu sehen? Einem Anspruch, dem er sich selbst erhoben hat.

Kein Wesen auf diesem Planeten hat sich diese Rolle angemaßt. Doch der Mensch, ein winziger Augenblick der Evolution, fühlt sich berufen. Was für eine Posse. Eine Spezies geprägt von Neid, Habgier, Maßlosigkeit ......  Soll Er doch glauben, Auserwählter zu sein. Die Realität der Evolution wird ihn bei Zeiten eines besseren belehren. Dann wird er entweder verstehen, oder aus diesem Kreislauf verschwinden. Hoffen wir, dass er wenigstens als Fossil aus dem Jurakalk gekratzt wird.

 

H.v Schmuu

 

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