#1

- admin -

Sydney, Australien

Gerade die abrahamitischen Religionen überraschen uns immer wieder damit, dass ihre Anhänger grundsätzlich immer und alles im Namen Gottes tun. Dabei versuchen sie sich, obwohl einer Wurzel entstammend, immer wieder deutlich voneinander abzugrenzen, weil der Name Gottes für die einen unumstößlich Allah lautet, für die anderen einfach Gott und für die älteste dieser Ausgrenzungsreligionen ist dieser Name Gottes sogar so „heilig“, dass man ihn nicht auszusprechen wagt. Aber wo haben eigentlich diese Namen ihren Ursprung?

Dazu eine einfache Gegenüberstellung der Namensentwicklung:

ATUM        ägyptisch:   I tm     ITEM

Amun        ägyptisch:   I mn     Imen

Aton          ägyptisch:   I tn       Iten

Jahwe       frühhebr. :   I hu      Iahu

Allah        früharab.:    I láh     al`iláh

Der zugrunde liegende Wortstamm ist das altägyptische Ia, welches bedeutet: Mein Vater

Eigentlich eine leicht nachvollziehbare Entwicklung eines Wortes, aber wie weit haben sich die Wege dieser Bewegungen vom Ursprung der Lehre des EINEN entfernt? Was ist aus der Lehre des Idealen Staates geworden?

Wir brauchen uns nur die täglichen Nachrichten verinnerlichen, aus religiös philosophischer Lehre für die Menschen (die Ägypter bezeichneten sich selbst als solche und alle „Fremden“ als nicht dazu gehörig) wurden politische Machtinstrumente, die sich soweit vom Menschen entfernten, dass selbst deren Rhetorik bereits als gefährlich einzustufen ist.

Frá Angela de Montalbán


 - Zwar hat die menschliche Unvernunft nicht zugenommen. Ruinös angestiegen ist jedoch die Zahl der Unvernünftigen -


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »- admin -« (19.10.2010, 10:09)
#2
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Jamie

Gast

Diesen Beitrag dürfte Schechina durchaus interessieren. Daher erachte ich es als angebracht ihn zur Diskussion heranzuziehen.

#3

- admin -

Sydney, Australien

 

Eigentlich dachten wir du würdest es in dem anderen Thread einfügen. Aber nun versuchen wir es mal so zu erläutern.

Eine Annäherung an die Bedeutung des biblischen Gottesnamen kann man wissenschaftlich betrachtet nur auf zwei Wegen versuchen. Einmal über die verwendeten Buchstaben JHWH, im Sinne eines Versuches, durch Verwendung der althebräischen Artikulation und Schreibweise, darin hebräische Worte zu finden und zu übersetzen, oder aber das näherliegende anzuwenden und auf die altägyptische Schreibweise zurückzugehen. Das ist insofern schon sinnvoller, weil die ältesten schriftlichen Aufzeichnungen über jüdische Thorainhalte belegen, dass zumindest bis in die Zeit des Königs Josia der Gottesname mit Jahu (Jehu) belegt ist. Hier sollte man der alten wissenschaftlichen Tradition folgen, dass älteren Überlieferungen immer mehr Wahrheitsgehalt zuzumessen ist; dies umso mehr, wenn es sich bei den einzelnen Überlieferungen um Zeitdifferenzen, die in Jahrhunderten bemessen sind, handelt.

Frá Falk v. Rekowsky

Ritter des Tempels


 - Zwar hat die menschliche Unvernunft nicht zugenommen. Ruinös angestiegen ist jedoch die Zahl der Unvernünftigen -

#4

Schechina

Niedersachsen, Deutschland

Zitat von: - admin -

 

Eigentlich dachten wir du würdest es in dem anderen Thread einfügen. Aber nun versuchen wir es mal so zu erläutern.

Eine Annäherung an die Bedeutung des biblischen Gottesnamen kann man wissenschaftlich betrachtet nur auf zwei Wegen versuchen. Einmal über die verwendeten Buchstaben JHWH, im Sinne eines Versuches, durch Verwendung der althebräischen Artikulation und Schreibweise, darin hebräische Worte zu finden und zu übersetzen, oder aber das näherliegende anzuwenden und auf die altägyptische Schreibweise zurückzugehen. Das ist insofern schon sinnvoller, weil die ältesten schriftlichen Aufzeichnungen über jüdische Thorainhalte belegen, dass zumindest bis in die Zeit des Königs Josia der Gottesname mit Jahu (Jehu) belegt ist. Hier sollte man der alten wissenschaftlichen Tradition folgen, dass älteren Überlieferungen immer mehr Wahrheitsgehalt zuzumessen ist; dies umso mehr, wenn es sich bei den einzelnen Überlieferungen um Zeitdifferenzen, die in Jahrhunderten bemessen sind, handelt.

In den alten Texten wurde doch Jahwe statt JHVH geschrieben., die beiden Begriffe sollen synonym sein. Bei Wiki steht die Bergriffe Gott, Allah und Elohim wären ebenfalls synonym.
In der Genesis waren es allerdings die Elohim die den Menschen erschaffen haben und nicht Jahwe. Sind das nun zwei verschiedene Götter oder werden verschiedene Aspekte "Gottes" genannt.
Ich denke mal, nach 800 Jahren wurden alle möglichen Namen benutzt und keiner wußte mehr welcher nun richtig ist.
Schon bei der Übersetzung des Tanach in die  Septuaginta,sollen die 72 Gelehrten die Namen absichtlich nicht richtig übersetzt haben. Zumindest sagen das Chassidische Schriften.
Letztendlich ist der Name auch nicht so wichtig, denn die Vorstellung der Charakterzüge dieses Gottes, ändert sich auch durch den tollsten Namen nicht.

"wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher"!

Bertholt Brecht


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »Schechina« (01.08.2011, 23:11)
#5

Frá Konstantin

London, Großbritannien

In den alten Texten wurde mit Sicherheit niemals Jahwe geschrieben. In den semitischen Schriften wurden niemals die Buchstaben E, O, A, I und U geschrieben, aber ausgesprochen. Da, nach Jahrhunderten mündlicher Überlieferung,  niemand die ursprünglich verwendeten Vokale im Namen JHWH mehr erinnerte, wurden später völlig willkürlich solche eingesetzt, die dem jeweiligen Autor genehm waren. Deshalb sind alle Namensbildungen nichts als reine Vermutungen – Übersetzungen aus Vermutungen ergeben niemals einen Sinn, der dem Ursprung auch nur annähernd ähnlich sein könnte. Die älteste schriftliche Basis ist damit JHW -  Jahu (Jehu), übrigens auch der Name des jüdischen Königs Omri. Hier können wir uns deshalb so sicher sein, weil die überlieferten Texte aus einem Anschreiben an den persischen Staathalter von Ägypten und an den persischen König sowohl in Hebräisch, als auch in Altpersisch erhalten sind. Damit hat man eine Grundlage, die nicht leicht anzugreifen ist. Der Ursprung des Namens Jahu (aus ägyptischem Sprachgut - Moses war nun mal Ägypter und seine Lehren die des „Ketzerkönigs Echnaton“) ist im obigen Beitrag erläutert.

Eine Trennung zwischen Elohim und Jahwe in den Schriften der Genesis ist nicht darauf zurückzuführen, dass hier diverse Götter in den Schriften verehrt wurden, sondern lediglich auf den Umstand, dass hier Texte verschiedener Glaubensrichtungen und Ursprünge vermischt wurden. Beim Versuch da etwas hineininterpretieren zu wollen, müsste man böse Absicht unterstellen. Die gelebte jüdische Religion ist Monotheismus, der aus diversen Ursprüngen monotheistischer und polytheistischer Prägung geformt wurde – viele kleine Beduinenstämme sickerten in die frühen Stadtstaaten Südsyriens und der unter ägyptischer Vorherrschaft stehenden Gebiete, die man heute mit Palästina bezeichnet, ein und die Kulte vermischten sich. Aus den historischen und politischen Ereignissen heraus  entwickelte sich  bis zum 7. Jahrhundert B.C. eine signifikante Dominanz der Jahu-Priesterkaste.


___________________________________________________________________________________
Wie unglücklich sind doch die Menschen in ihrer Unwissenheit, aber wie tief müssten sie sich selbst verachten, wäre es ihnen möglich, sie zu erkennen.

Der Tempel des jüdischen Gottes Jahu in Elephantine  ist in der Literatur oft erwähnt. Allerdings in deutlich verschiedenem Kontext. Die Urkunden sind über die ganze Welt verstreut und die, welche aus Ausgrabungen des Tempels stammen sind bei uns unter Verschluss. Aber selbst die katholische Kirche und die Juden selbst leugnen diese Tatsachen nicht. Deshalb hier einen Link, der das ganze aus „christlicher“ Sicht behandelt – es handelt sich um eine Buchbeschreibung mit ISBN usw.: http://haroldgraf.blog.de/2010/06/22/elephantine-bestaetigt-esra-nehemia-spaten-bestaetigt-bibel-8844528/

Wem der Text zu lang ist, einfach auf den Abschnitt für Elephantine scrollen.

An erster Stelle der Beweisführung über den Ursprung des Namens des JHWH sind die ältesten – und zugleich einzigen spätbronzezeitlichen – epigraphischen Belege des Jhwh-Namens zu behandeln, die mit größter Wahrscheinlichkeit Jhwh in Verbindung mit dem Gebiet der Sˇasu nennen: t3 sˇ3 s´w yhw3 : »Jhw(-) im Land derSˇasu«.

Sie werden in der neueren Diskussion zwar öfter angeführt, aber nur selten in ihrem Kontext angemessen evaluiert. Die Zeugnisse finden sich in – literarisch wahrscheinlich zusammenhängenden – Fremdnamenlisten aus Tempeln des 14. und 13. Jh. in Soleb und Amara-West, die zahlreiche Orte und Gebiete außerhalb Ägyptens inventarisieren.

Quellen:

 E. Jenni, Art. hvhy, THAT 1, 701–707, 705; M. Weippert, Jahwe (1977), in: ders., Jahwe und die anderen Götter. Studien zur Religionsgeschichte des antiken Israel in ihrem syrisch-palästinischen Kontext, FAT 18, 1997, 35–44, 40; D.N. Freedman / P. O’Connor, Art. hvhy, ThWAT 3, 533–554, 542ff.; M. Görg, Jahwe – ein Toponym?, in: ders., Ägypten und Altes Testament. Studien zu Geschichte, Kultur und Religion Ägyptens, ÄAT 2, 1989, 180–187; M.P. Streck, Der Gottesname »Jahwe« und das amurritische Onomastikon, WdO 30 (1999), 35–46; Keel, Geschichte, 199f.


Wenn Wahrheit Menschen beleidigt, dann ist es unsere Aufgabe als Wissenschaftler sie zu beleidigen. [Satoshi Kanazawa]


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »Frá Ramon« (02.08.2011, 20:59)
#7

Schechina

Niedersachsen, Deutschland

Zitat von: Frá Ramon

Der Tempel des jüdischen Gottes Jahu in Elephantine  ist in der Literatur oft erwähnt. Allerdings in deutlich verschiedenem Kontext. Die Urkunden sind über die ganze Welt verstreut und die, welche aus Ausgrabungen des Tempels stammen sind bei uns unter Verschluss. Aber selbst die katholische Kirche und die Juden selbst leugnen diese Tatsachen nicht. Deshalb hier einen Link, der das ganze aus „christlicher“ Sicht behandelt – es handelt sich um eine Buchbeschreibung mit ISBN usw.: http://haroldgraf.blog.de/2010/06/22/elephantine-bestaetigt-esra-nehemia-spaten-bestaetigt-bibel-8844528/

 

Ich hab sogar im Bibellexikon was darüber gefunden. Das jüdäo-aramäischen Bewohner einen Tempel hatten der Jahu geweiht war und 410 v.Ch. zerstört und wieder aufgebaut wurde.

Wem der Text zu lang ist, einfach auf den Abschnitt für Elephantine scrollen.

An erster Stelle der Beweisführung über den Ursprung des Namens des JHWH sind die ältesten – und zugleich einzigen spätbronzezeitlichen – epigraphischen Belege des Jhwh-Namens zu behandeln, die mit größter Wahrscheinlichkeit Jhwh in Verbindung mit dem Gebiet der Sˇasu nennen: t3 sˇ3 s´w yhw3 : »Jhw(-) im Land derSˇasu«.

Trotzdem sollen ja verschiedene Götternamen auch in den Papyri gestanden haben nicht nur Jahu, es gab sowas wie eine Spendenliste für die Verschiedenen "Götter". (Anath-Betel und Aschim-Bethel).

Sie werden in der neueren Diskussion zwar öfter angeführt, aber nur selten in ihrem Kontext angemessen evaluiert. Die Zeugnisse finden sich in – literarisch wahrscheinlich zusammenhängenden – Fremdnamenlisten aus Tempeln des 14. und 13. Jh. in Soleb und Amara-West, die zahlreiche Orte und Gebiete außerhalb Ägyptens inventarisieren.

 

Interessant fand ich, das es beim zweiten Tempel von Jahu, der persische Gouverneur Bagohi, eine Verweigerung der Brandopfererlaubnis erwirkt hatte.

Quellen:

 E. Jenni, Art. hvhy, THAT 1, 701–707, 705; M. Weippert, Jahwe (1977), in: ders., Jahwe und die anderen Götter. Studien zur Religionsgeschichte des antiken Israel in ihrem syrisch-palästinischen Kontext, FAT 18, 1997, 35–44, 40; D.N. Freedman / P. O’Connor, Art. hvhy, ThWAT 3, 533–554, 542ff.; M. Görg, Jahwe – ein Toponym?, in: ders., Ägypten und Altes Testament. Studien zu Geschichte, Kultur und Religion Ägyptens, ÄAT 2, 1989, 180–187; M.P. Streck, Der Gottesname »Jahwe« und das amurritische Onomastikon, WdO 30 (1999), 35–46; Keel, Geschichte, 199f.

 

Danke für die vielen Quellen! Jetzt muß ich erstmal 10 Jahre lang lesen. "fg"!

 

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Bertholt Brecht


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »Schechina« (02.08.2011, 22:47)

Der angesprochene Tempel in Elephantine wurde von jüdischen Söldnern errichtet, welche hier mit ihren Familien angesiedelt wurden. Es war eine der unter "schrecklicher Versklavung" leidenden Gruppen jüdischer Abstammung, wie die Bibel uns heute noch weismachen will. Dass hier Söldner angesiedelt waren versuchen die Bibelhistoriker teilweise noch heute zu verniedlichen. Das sowohl durch die, infolge ägyptischer Präventions-Feldzüge, in Gefangenschaft geratenen Juden, als auch die regelmäßig freiwillig zuwandernden Shasu-Stämme, zu denen auch die Juden zählen, allmählich eine ernste Gefahr für die ägyptische Kultur erwuchs, will heute niemand mehr wahrhaben. Jedoch ist belegt, dass selbst in der Perserzeit, ja bis zur Eroberung Ägyptens durch Alexander, sich die Juden in den meisten Städten Ägyptens die Vorherrschaft verschafften und die Ägypter wie Menschen zweiter Klasse behandelten. Das Ägyptenbild der Bibel ist nichts als eine Verdrehung von Tatsachen, um den ägyptischen Ursprung der jüdischen Lehren zu verschleiern.

Das in den erwähnten Papyri auch andere Götter Erwähnung finden sollte niemanden verwundern. Wer die Bibel aufmerksam liest, wird die Hinweise auf die Tatsache, dass der größte Teil der Juden nicht dem grausam-brutalen JHW-Kult anhing bestätigt sehen. Wie viele Könige taten nicht was "der Herr" forderte und hingen den Baalen an und stellten "Pfähle" auf (Ashera) oder gingen zu den Kultstätten der Himmelskönigin (Isis). Ja selbst der angeblich legendäre Tempel Salomons wurde aus vorhanden Steinen und Material, welche gemäß Fügung "des Herrn" am Tempelberg herum lagen, erbaut. Es waren die zerfallenen Ruinen eines ägyptischen Tempels (nachgewiesen Ptah-Sokar-Isis und andere, die hier von den ägyptischen Staathaltern und stationierten Soldaten, Jahrhunderte zuvor errichtet waren. Omri nutzte diese Chance sich selbst und seinen Göttern eine „Ruhmstatt“ zu erbauen - tatsächlich wurden alle im Volk gepflegten Kulte hier verehrt und der "Tempel" des JHWH war nichts als eine neben dem Tempel errichtete Zelthütte in der die Ritual-Utensilien der Priesterschaft in einer Holzkiste aufbewahrt wurden. Erst zu Josias Regentschaft wurden die JHWH Priester als Hohepriesterschaft des Tempels eingeführt und übernahmen den Tempel. Wie die Geschichte uns zeigte, war das nicht von langem Erfolg gekrönt. Josia war in seinem indoktrinierten Glaubenswahn tatsächlich der Meinung er könnte die Ägypter besiegen.

Das in Ägypten die Kulte der JHW-Verehrung gewisse Einschränkungen erfuhren dürfte verständlich und nachvollziehbar sein. Den Ägyptern waren die Brandopfer ein Gräuel und es schockierte diese, dass diese Juden ausgerechnet neben einem Chnumtempel (Widderkopf-Gottheit) darauf bestehen wollten, tägliche Brandopfer lebender Schafböcke zu zelebrieren. Man stelle sich vor, jemand käme auf die Idee neben allen Moscheen in Deutschland offene Kultstätten für Thor zu errichten und dort allabendlich dutzende  Schweine  am Grill zu braten. Sicher hat man da Verständnis dafür, dass die Ägypter diesen Tempel bei erster Gelegenheit zerstörten.


Wenn Wahrheit Menschen beleidigt, dann ist es unsere Aufgabe als Wissenschaftler sie zu beleidigen. [Satoshi Kanazawa]

#9

Schechina

Niedersachsen, Deutschland

Zitat von: Frá Ramon

Der angesprochene Tempel in Elephantine wurde von jüdischen Söldnern errichtet, welche hier mit ihren Familien angesiedelt wurden. Es war eine der unter "schrecklicher Versklavung" leidenden Gruppen jüdischer Abstammung, wie die Bibel uns heute noch weismachen will. Dass hier Söldner angesiedelt waren versuchen die Bibelhistoriker teilweise noch heute zu verniedlichen. Das sowohl durch die, infolge ägyptischer Präventions-Feldzüge, in Gefangenschaft geratenen Juden, als auch die regelmäßig freiwillig zuwandernden Shasu-Stämme, zu denen auch die Juden zählen, allmählich eine ernste Gefahr für die ägyptische Kultur erwuchs, will heute niemand mehr wahrhaben.

Weil man heute sofort in die Ecke eines Antisemiten gerückt wird, wenn man sich kritisch über das "Judentum" äußert.

Jedoch ist belegt, dass selbst in der Perserzeit, ja bis zur Eroberung Ägyptens durch Alexander, sich die Juden in den meisten Städten Ägyptens die Vorherrschaft verschafften und die Ägypter wie Menschen zweiter Klasse behandelten. Das Ägyptenbild der Bibel ist nichts als eine Verdrehung von Tatsachen, um den ägyptischen Ursprung der jüdischen Lehren zu verschleiern.

Wahrscheinlich auch um seine Taten zu begründen, man selbst wurde versklavt, mußte vor den Tyrannen flüchten usw.

Das in den erwähnten Papyri auch andere Götter Erwähnung finden sollte niemanden verwundern. Wer die Bibel aufmerksam liest, wird die Hinweise auf die Tatsache, dass der größte Teil der Juden nicht dem grausam-brutalen JHW-Kult anhing bestätigt sehen. Wie viele Könige taten nicht was "der Herr" forderte und hingen den Baalen an und stellten "Pfähle" auf (Ashera) oder gingen zu den Kultstätten der Himmelskönigin (Isis). Ja selbst der angeblich legendäre Tempel Salomons wurde aus vorhanden Steinen und Material, welche gemäß Fügung "des Herrn" am Tempelberg herum lagen, erbaut. Es waren die zerfallenen Ruinen eines ägyptischen Tempels (nachgewiesen Ptah-Sokar-Isis und andere, die hier von den ägyptischen Staathaltern und stationierten Soldaten, Jahrhunderte zuvor errichtet waren. Omri nutzte diese Chance sich selbst und seinen Göttern eine „Ruhmstatt“ zu erbauen - tatsächlich wurden alle im Volk gepflegten Kulte hier verehrt und der "Tempel" des JHWH war nichts als eine neben dem Tempel errichtete Zelthütte in der die Ritual-Utensilien der Priesterschaft in einer Holzkiste aufbewahrt wurden. Erst zu Josias Regentschaft wurden die JHWH Priester als Hohepriesterschaft des Tempels eingeführt und übernahmen den Tempel. Wie die Geschichte uns zeigte, war das nicht von langem Erfolg gekrönt. Josia war in seinem indoktrinierten Glaubenswahn tatsächlich der Meinung er könnte die Ägypter besiegen.

Die Psalmen von Salomo hat die Tora vorsorglich auch nicht aufgenommen.

Das in Ägypten die Kulte der JHW-Verehrung gewisse Einschränkungen erfuhren dürfte verständlich und nachvollziehbar sein. Den Ägyptern waren die Brandopfer ein Gräuel und es schockierte diese, dass diese Juden ausgerechnet neben einem Chnumtempel (Widderkopf-Gottheit) darauf bestehen wollten, tägliche Brandopfer lebender Schafböcke zu zelebrieren. Man stelle sich vor, jemand käme auf die Idee neben allen Moscheen in Deutschland offene Kultstätten für Thor zu errichten und dort allabendlich dutzende  Schweine  am Grill zu braten. Sicher hat man da Verständnis dafür, dass die Ägypter diesen Tempel bei erster Gelegenheit zerstörten.

Schon Freud sagte, es ist sicher nicht leicht einem Volk den Mann abzusprechen, den es als den größten seiner Söhne ansieht. Aber man sollte nicht, wegen nationaler Interessen, auf die Wahrheit verzichten auch wenn sie bitter ist.

Ich finde es eigentlich beruhigend, dass es damals schon so hohe Kulturen gab, die das Brandopfer als barbarisch angesehen haben.

 

 


"wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher"!

Bertholt Brecht

Vielleicht machen die Deutschen sich das Leben selbst sehr schwer wegen ihrer nicht bewältigten Vergangenheit. Niemand kann verhindern, dass wissenschaftliche Forschung zur Aufklärung der Entstehungsgeschichte der abrahamitischen Religionen getätigt wird und dass die Ergebnisse in geeigneten Fachmedien veröffentlicht werden.  Wir sind Wissenschaftler und scheuen auch Konfrontationen mit diesen Religionen nicht.

Wenn du hier Salomons Psalmen ansprichst, darfst du auch seine übrigen Werke nicht vergessen – hier ist in wissenschaftlichen Fachkreisen längst ein Konsens erzielt und niemand der für ehrliche Forschung eintritt, bestreitet heute noch, dass die salomonischen Schriften überwiegend aus ägyptischen Quellen stammen.  Aber du hast völlig Recht Wahrheit ist manchmal bitter, doch es ist das Grundprinzip des Tempels den Weg der Wahrheit niemals zu verlassen.

Die altägyptische Kultur wird überwiegend völlig unterschätzt und ihr Einfluss auf die sogenannten abendländischen Kulturen ist bedeutender als es den meisten bewusst ist.  Das Prinzip Ma´at ist nicht allein Religion und Philosophie, es ist die Grundlage der idealen Gesellschaftsform.


Wenn Wahrheit Menschen beleidigt, dann ist es unsere Aufgabe als Wissenschaftler sie zu beleidigen. [Satoshi Kanazawa]


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »Frá Ramon« (03.08.2011, 22:01)
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