#1

Marcain

Himmelpforten, Deutschland

Das Christentum ist doch etwas verwirrend. Heilig kann man nur werden, wenn man keinen Sex hat, weil Sex unrein ist. Bedeutet also die Heiligen, hatten keinen Sex! Aber widerspricht dass nicht dem Ganzen? Wäre das wirklich im Sinne von Gott? Mich würde es doch etwas verwundern, wenn das im Sinne der Religion im Sinne von Gott wäre.

#2

Dennis

Biere, Deutschland

Überleg doch mal...im Sinne der Templer ist Gott Alles. Somit auch das natürliche Verhalten aller Spezien. Was der Mensch Sex nennt...die schönste Nebensache der (Menschen) Welt...ist natürliches Verhalten im Sinne der Fortpflanzung, der Erhaltung der Art, somit "im Sinne Gottes".

Wer die Erfahrung der Enthaltsamkeit machen möchte der kann das gern tun...doch sollte es nicht als heilig angesehen werden oder als Druckmittel verwendet um damit Gott näher zu kommen...diesen findet jeder für sich...oder nicht.

...der Dennis


"Überall zeigt sich das Seiende in seiner Struktur von vollendeter Harmonie – das ist Maát."


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »Dennis« (16.07.2017, 19:36)
#3

Marcain

Himmelpforten, Deutschland

Ich meinte es auch nicht im Sinne der Templer. Ich meinte es im Sinne der Bibel.
Ich frage mich einfach, wie man auf die Idee kommt, wenn es doch im Grunde dem Sinne Gottes widerspricht.
Ist das Ganze vor der Ehe gerede ect. lediglich ein Druckmittel, dass die Leute heiraten oder früher schnell Heiraten, damit die Kirche Geld bekommt? Also quasi der Ursprüngliche kirchliche Gedanke Geldgier ist?

#4

Frá Maurice

Toronto, Kanada

Eigentlich liegen dem Beitrag von Marcain 2 Fragen zu Grunde. Aber wir werden versuchen dies hier abzuarbeiten, da beide Fragen zu den großen systeminhärenten Fragen der christlichen Glaubensrichtungen des Abrahamitismus zählen. Zum einen müssen wir uns die Frage stellen, mit welchem Recht und mit welcher Begründung will die Kirche einzelne Menschen aus ihren Gemeinden heraus- und hervorheben und in einen Stand der „Heiligkeit“ versetzen. Wo können oder sollen wir hier einen Bezug zu einer gottgegebenen oder beauftragten Handlungsweise erkennen müssen? Da die Feststellung dieser Heiligkeit in der Vergangenheit oft auch mit ehelichen Versprechen und Ereignissen Zusammenhang fand, versuchen wir auch den Aspekt der Ehe unter christlichen Gesichtspunkten hier mit einzuarbeiten.


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »Frá Maurice« (15.07.2017, 19:03)
#5

Dennis

Biere, Deutschland

Es bricht ein Weltbild zusammen, wenn jemand aus der Ferne Informationen und Bildmaterial mitbringt welches das eigene Volk noch nicht einmal kennt oder weiß herzustellen geschweige denn in irgendeine begriffliche Form zu stecken in der Lage ist. Hier steht man dann vor der Wahl des eigenen Interesses der Zuneigung oder Abneigung dem Neuen gegenüber, woraus sich eine Gier bilden kann die über Leichen geht und genutzt werden kann um Volksmassen zu kontrollieren – zum Guten aber auch zum Schlechten.

Viele gingen nach Ägypten als Schüler und kamen als Lehrer zurück in ihre Heimat. Die Eindrücke die sie mitbrachten landeten nicht nur in Ohren die mit den Informationen imstande waren umzugehen, sondern auch in Ohren die mit diesen Informationen ihren Stand in der Gesellschaft gefährdet sahen.
Damals wie auch heute wird an Informationen gefeilt, um sie dem eigenen Volk „verständlich“ vermitteln zu können. Manchmal bilden sich bei all dem Schleifstaub Berge aus Sand, die aufgeschüttet als Plattform für heilige Ansprachen genutzt werden.

Jemand in einen Stand zu versetzen, der einen anderen Stand über steht, daran ist nichts Schlechtes. Diesem Stand aber einen Schutz zusichern der unanfechtbar ist oder scheint, oder diesen Menschen einen Status einbringt welcher aus der Natur heraus (also von Gott erwählt) als besonders zu gelten hat oder so anzusehen ist und jede Tat und jedes Wort als Wahrheit und Weisheit gelten soll, dem sollte man mit gesunder Skepsis entgegentreten und nicht die Hand auf ein Buch ruhen lassen welches man lieber mit einem Spaten durchgraben sollte.

Ich kann mir gut vorstellen, das zu damaligen Zeiten eine Eheschließung nicht aus der heute bekannten Liebe entstand sondern mehr dazu diente entweder die eigene Familie in einen Stand des Wohlhabens zu erheben oder sogar an die Gemeinschaft gedacht wurde, welche durch eine Heirat zweier Völker und deren „Verbundenheit“ mit Eheschließungen besiegelt wurden.

Dann gibt es den Gedanken der Alphatiere, welche sich durch sämtliche Arten des Lebens schlängeln und unter den Menschen die Aufgabe eines Herrschers, Königs oder Führers übernehmen. Das Wirken eines Alphatieres spürt man schon allein an dessen Auftreten und nicht zuletzt an dessen Verhalten. Hier ist ein Tier in der Lage hunderte, tausende, ja sogar Millionen von Tieren zu kontrollieren. Mit dem richtigen Konzept wird man dadurch auch zum „Heiligen“!

Um auf das Sexualverhalten zu kommen nehme ich an, dass Sex und damit der verbundene Nachwuchs erst ab bestimmten Altersgrenzen oder durch spezielle Rituale erlaubt wurde, um die Population kontrollieren zu können und/oder die Zugehörigkeit einer bestimmten Gruppierung mit einem Ritual besiegelt wurde um deren Anzahl zu erhöhen, die Zugehörigkeit und so die eigene Gruppierung mit allen Mitteln stärken, ausbauen und bestimmen zu können. Der Fantasie sind ja bekanntlich keine Grenzen gesetzt und über die Zeit bildeten sich die vielen Glaubensgruppen die wir heute kennen facettenreich aus.


"Überall zeigt sich das Seiende in seiner Struktur von vollendeter Harmonie – das ist Maát."


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »Dennis« (13.01.2018, 12:45)
#6

Frá Arkesh

Udaipur, Indien

Die Mehrheit der Menschen in Europa und den überwiegend vom christlichem Glauben geprägten Nationen der Welt sind heutzutage überwiegend negativ gegenüber „dem HEILIGEN“ als solches und „den Heiligen“ als Menschen und Personen mit auffällig geprägtem Verhalten und Leben eingestellt. Versucht man unter neutraler Betrachtung dem Ursprung der Heiligenverehrung auf den Grund zu kommen so steht man vor einem Dilemma. Die Geschichte lehrt uns etwas ganz anderes über diesen Ursprung und die Entwicklung hin zu einer im Glauben manifestierten Heiligkeit von Personen oder auch Erscheinungen oder Ereignissen. Schon die Wörter Heiliger, Heilige, Heiligkeit nahmen im Laufe der Zeit eine Art von besonderer Bedeutung an, die sich von der früheren wesentlich unterscheidet. Bei den Griechen bedeutete »heilig « in erster Linie nicht zum profanen Leben gehörend. Daher erklärt sich auch das empfundene Grauen, das von heiligen Orten ausging, an denen die Menschen in Berührung mit einer vermeintlich überirdischen Welt kamen. Solche Orte waren zudem oft von furchterregenden, für die damalige Zeit nicht zu erklärenden Naturerscheinungen begleitet.

Mit dem Begriff Heiligkeit assoziierte man Reinheit, Makellosigkeit, Unantastbarkeit. Das hierfür übliche griechische Wort hagios bezeichnete übrigens nie einen lebenden Menschen und wurde auch nur sehr selten gebraucht, man verwendete es nur in Bezug auf Götter. Der griechische Begriff blieb aber in seiner Auffassung weit entfernt von der christlichen Heiligkeit, die ihre Wurzeln in der biblischen Heiligkeit sieht, welche durch jene Personen verkörpert wurde, die das Volk Israel geführt, gerichtet oder eben „geheiligt“ haben sollen, wie die Anführer der israelitischen Geschichte um Moses, Josua, Samuel oder die in der Bibel angeführten Propheten. Man unterstellt hier als völkisch gesellschaftliches Narrativ, das es Gott ist, der durch diese spricht: »Seid heilig, wie auch ich heilig bin«.

Die Christen sehen sich als Erben dieser Heiligkeit, die sich, nach deren Glauben, durch Christus auf ein ganzes Volk ausdehnte. Sie sehen sich als Erben und erwählte Kinder Gottes, der allein heilig ist. Der zuerst an eine Gruppe, eine Gemeinschaft und ein Volk gebundene Begriff soll nun für all jene Menschen gelten, die den „Neuen Bund“ der von Christus begründet und von Paulus in die „Welt“ getragen wurde, anerkennen. Dieser Bund bedeutet die Teilnahme an einem mystischen Leben, das die innere Umkehr des erkennenden Menschen bewirkt, die eine Verwandlung des gesamten Menschen, also auch seines Verhaltens, der Sitten, der Hingabe an Gott und hier als besonderen christlichen Lehrinhalt, an den auch von Gott geliebten Nächsten, zur Folge hat. Der christliche Glaube versucht hier in dem Menschen eine uneingeschränkte Heiligkeit zu erkennen, die durch Christus von Gott kommt und durch den Heiligen Geist auf die Kirche übertragen wird, dass bedeutet auf die Gemeinschaft der im christlichen Glauben getauften Menschen. Der Ausdruck der Heiligkeit wird hier durch die Christen mit einem Bedeutungswandel belegt. Liebe wird zur uneingeschränkten Nächstenliebe. Aus dem eros wird agape, eine tätige, selbstlose, den anderen willentlich in Güte, Barmherzigkeit und wohlwollende Gnade einschließende und allein den lebenden Menschen achtende Liebe. Hier wird eine Forderung an alle gläubigen Christen herangetragen – ja zur Pflicht und zum Lebensinhalt erhoben, die schon allein im heute so verstandenen Sinne der Vernunft und der menschlichen Intelligenz unerfüllbar erscheint. Die Biographie eines „Heiligen“ der diesen christlichen Anforderungen unbedingt und uneingeschränkt zu folgen in der Lage zu sein hatte, wird hierdurch zu einer »Geschichte der Zusammenarbeit Gottes und des Menschen im Lauf seines Menschenlebens«.


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »Frá Arkesh« (03.02.2018, 11:36)
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