#11

Dennis

Biere, Deutschland

Zitat von: Jamie

Der Göbekli Tepe Tempel gilt als ältester bis dato gefundenen Tempel. Man hat Darstellungen von Tieren entdeckt und soweit ich weiss auch Bilder von Menschengestalten welche Tierköpfe trugen. Das letztere lässt mich an ägyptische Götterdarstellungen denken. Doch meine Frage ist: An was glaubte dieses alte Volk? War es polytheistisch geprägt?

Und gibt es Paralellen zum ägyptischen Glauben? Ich bin gespannt auf die Erklärung der Tempelherren!

Die Priester hielten die Stille für ein angenehmes Miteinander. Jedes Wort, was eventuell zu viel gesprochen oder im "falschen Hals" gelandet ist, wurde auf eine Goldwaage gelegt.
Um in der Stille kommunizieren zu können, bedarf es anderer Sinne. Hier sind es Bilder, Darstellungen, die dem Sehenden eine Botschaft vermitteln sollen.

Die Religion der Kirche ist über den ganzen Globus verteilt, warum auch nicht die Religion der Ägypter?

Nur ist es damals wie heute...oute dich mal.


"Überall zeigt sich das Seiende in seiner Struktur von vollendeter Harmonie – das ist Maát."

#12

Frá Arkesh

Udaipur, Indien

Dieses Thema wird zu späterer Zeit beachtenswert sein - derzeit ist es für den Tempel bedeutungslos.

Die Religion der Kirche? Welcher Kirche SOL? Verbreitet nicht jede dieser abrahamitischen Häresien eine entstellte und doch durchaus erkennbare Version der altägyptischen Religion? Sind diese  im eigentlichen Sinne nichts weiter als "Ketzer", Ungläubige auf den Irrwegen archaischer Geister, Gespenster und Dämonen, die der allzu menschlichen Überhebung über das naturgegebene Sein und Selbst verfallen sind?

#13

Jamie

, Schweiz

Das Thema interessiert mich nach wie vor. Es ist wirklich sehr schade, dass zu der damaligen Zeit als Göbekli Tepe entstand keine schriftlichen Zeugnisse möglich waren. Mir scheint der Mensch kann über diese Kultur nur noch spekulieren und versuchen zu interpretieren wie es gewesen sein KÖNNTE.

Mich persönlich überraschte das in der Türkei schon vor so unglaublich langer Zeit bereits Göttertempel errichtet wurden.


„Das ewige Schweigen dieser unendlichen Räume macht mich schaudern“ (Blaise Pascal)

#14

Dennis

Biere, Deutschland

Das letztere lässt mich an ägyptische Götterdarstellungen denken. Doch meine Frage ist: An was glaubte dieses alte Volk? War es polytheistisch geprägt?

Und gibt es Paralellen zum ägyptischen Glauben? Soweit ich weiss wurden auch Götterstatuen gefunden, die keine Gesichter haben. Ist das korrekt? Auch wurden Deutungen dieser aufgezeigt die ich aber so nicht teilen kann.

 Da du dich mit dem Tempel näher beschäftigt hast, wirst du die Ansichten der heutigen Menschen nicht wirklich teilen können.

Ich hatte mich zu damaliger Zeit ebenfalls mit diesem Thema beschäftigt und parallel ein anderes Thema ausgearbeitet was mich zum späteren Zeitpunkt eine Parallele erkennen lies. Diese Parallele ist nicht so einfach zu erklären und erst recht nicht wirklich zu fassen (gedanklich).
Als Gedankenstütze würde ich dir "Gypsies" nennen. (alles auf eigene Gefahr 😉 )

Götterstatuen ohne Gesichter und Nofretete ohne Auge. Man kann so einiges hineininterpretieren und wird doch nicht die richtige Antwort erhalten. Entweder waren diese Statuen "Lehrlingsobjekte" oder doch irgend ein Gott dem man emotionale Entwicklungen zuordnete.

Viel interessanter ist doch, warum vor so vielen tausenden Jahren, noch vor den ägyptischen Groß Reichen, eine Verbindung zu den ägyptischen Gottvorstellungen herzustellen ist. Hier hatte ich ja schonmal gefragt...Barbaren und die Maát!

 


"Überall zeigt sich das Seiende in seiner Struktur von vollendeter Harmonie – das ist Maát."


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »Dennis« (26.10.2017, 20:53)
#15

Frá Andreas

Córdoba, Argentinien

Ist es allein die Tatsache, dass auf dem Gebiet der heutigen Türkei solch eine Tempelanlage errichtet wurde, oder ist diese Verwunderung einer Annahme eines möglichen Ursprunges geschuldet, welcher in einem Zusammenhang mit dem türkischen Volk zu sehen wäre. Hier sollte zunächst einmal der Blick darauf gerichtet werden, dass dieser Erdteil im Laufe seiner Besiedlungsgeschichte mit Sapiens-Gruppierungen einem ständigen Wandel, ausgelöst durch klimatische Veränderungen und Kriegshandlungen immer wieder neu hierher vordringender Volksmassen aus dem inneren Asiens und dem Gebiet Osteuropas, unterlag. Welche Völker hier sesshaft wurden oder auch nur durchzogen, kann heute nicht mehr vollständig nachvollzogen werden. Über die frühen Besiedlungen kann man bestenfalls spekulieren. Aber inzwischen ist es Wissenschaftlern des Tempels anhand von genetischen Untersuchungen gelungen auch der internationalen anthropologischen Forschung den Gedanken nahezubringen, dass auch die alten Ägypter ihren völkischen Ursprung nördlich des grünen Halbmondes haben. Vielleicht haben diese hier die Bearbeitung des Steines schon früh in ihre Kultur integriert. An die Türken dachte zu diesem frühen Zeitpunkt noch niemand – diese primitiven, rückständigen Nomadenvölker wurden seit der Mitte des ersten Jahrtausends durch die Mongolen aus dem inneren Asiens verdrängt.

#16

Jamie

, Schweiz

Vielen Dank für die interessante Erklärung! Meine Fragen zu diesem Thema wurden absolut zufriedenstellend vom Tempel beantwortet. Ich danke euch, dass ihr uns an eurem enormen Wissen teilhaben lasst. Ehrlich gesagt fehlen mir die Worte der Dankbarkeit Ausdruck zu verleihen.

Aber ihr wisst ja bestimmt wie sehr ihr hier geschätzt werdet. 🙂

 

 


„Das ewige Schweigen dieser unendlichen Räume macht mich schaudern“ (Blaise Pascal)

#17

Reborn Illyrian

Himmelreich, Deutschland

"...nördlich des grünen Halbmondes"

Waren sie indoeuropäischer Sprache? Wie nannten sie sich zu dem Zeitpunkt, als sie noch nördlich des grünen Halbmondes siedelten?

#18

Frá Victoria

Winnipeg, Kanada

Wie kommt man auf solch eine Vermutung? Die wissenschaftlich sogenannten „ursprünglichen Indogermanen“ wurden allein durch eine von der Wissenschaft rekonstruierte Sprache definiert. Heute wird überwiegend davon ausgegangen, dass die heutigen Sprecher die Sprache von einwandernden Gruppen übernommen haben und ihre Altsprache nur in Bruchstücken als Substrat erhalten blieb. Gleichwohl lassen sich aus der gemeinsamen Sprache gewisse Rückschlüsse auf die Lebensweise der Proto-Indoeuropäer sowie ihre räumliche und zeitliche Verbreitung ziehen. Dies hat zu einer Reihe von Spekulationen geführt, mit welcher archäologisch nachweisbaren Kultur sie identisch sein könnten. Favorisiert wird dabei im Allgemeinen eine Herkunft aus den Steppengebieten nördlich von Schwarzem und Kaspischem Meer. Eine weitgehend akzeptierte Zuordnung gibt es bislang aber noch nicht. Der Tempel bestreitet sogar, dass eine solche mit den Mitteln der Indogermanistik überhaupt möglich ist.

Viele Wissenschaftler nehmen für das Urindogermanische etwa den Zeitraum zwischen 4000 und 3000 v. Chr. Die verschiedenen Hypothesen unterscheiden sich bereits beim Versuch, die Proto-Indogermanen zeitlich zu fassen. Beim Jungpaläolithikum angefangen, lägen die Ursprünge in Nordafrika.

Einem Zeitraum also, als die „Alten Ägypter“ bereits in dem nach ihnen benannten Land lebten, beide Länder vereinigt waren und Herkunft sowie Sprache aus vergangenen Zeiten und Kulturen bereits in Vergessenheit geraten waren. Doch wissen wir genau, dass eine Gruppe dieses Ur-Ägyptischen Volkes aus dem Gebiet des Halbmondes durch Druck von außen – besser gesagt dem Norden - in das Nildelta abgewandert war. Diese Gruppe lässt sich, nach dem Ende der Eiszeit, teilnomadisierend bis letztlich sesshaft werdend, auf ihrem Weg über Nordafrika nach Europa und kaukasischem Gebiet bis in den Raum Syro-Palästina verfolgen. Im Gebiet des Nils siedelten jedoch bereits andere Völker, welche teilweise konkurrierend um das Gebiet stritten und sich auf Stammesebene (hier sprechen wir die Gruppen afrikanisch-nilotischer Herkunft an) auch bekriegten. Es dauerte Jahrhunderte bis hier aus einem zunächst tolerierenden Nebeneinander letztlich durch eine absorbierende Verdrängung ein neues Volk heranwuchs, welches die alte Sprache der Zugewanderten übernahm und weiter ausprägte.

Möglich ist jedoch auch ein indirekter Sprachaustausch durch verwandte Dialekte oder auch eine weitere Sprache, die als „Vermittler“ zwischen den unterschiedlichen Sprachen stand oder Gemeinsamkeiten lediglich als Folge von lautlichen, lexikalen und strukturellen Entlehnungen herausgebildet wurden, die durch langzeitige areale Kontakte zwischen diesen Sprachgruppen entstanden und letztlich zu einer eigenständigen „ägyptischen Sprache„ führten.


Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal bearbeitet, zuletzt von »Frá Victoria« (05.10.2017, 21:04)
40380 Aufrufe | 18 Beiträge